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SAFE: Stoppt die Alleingänge, Europa muss jetzt gemeinsam handeln!

Um langfristig die Finanzstabilität zu sichern, braucht es einen koordinierten Fiskalplan auf europäischer Ebene und den massiven Einsatz Eigenkapital-ähnlicher Finanzierungen, sagt das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE („Sustainable Architecture for Finance in Europe“).

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Professor Dr. Jan Pieter Krahnen, SAFE
© SAFE

Ein koordinierter Fiskalplan auf gesamteuropäischer Ebene, der die nationalen Maßnahmen ergänzt, ist für die Finanzstabilität in Europa von entscheidender Bedeutung. Der Plan muss umfangreich sein, sofort umgesetzt und durch einen gemeinsamen fiskalischen Auffangmechanismus unterstützt werden. Laut einem Forderungspapier mehrerer internationaler Finanzexperten um das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE in Frankfurt könnten die Alleingänge der nationalen Regierungen und die starke Fokussierung auf Instrumente der Fremdfinanzierung ansonsten die Finanzstabilität gefährden.

Alleingänge könnten die Finanzmarktstabilität gefährden
Regierungen und Zentralbanken auf der ganzen Welt haben umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um Unternehmen die dringend benötigte Liquidität zur Verfügung zu stellen und den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Eindämmungsstrategie gegen das Coronavirus entgegenzuwirken.

Unterschiedliche fiskalische Möglichkeiten der Euroländer sprechen gegen Alleingänge
In einem neuen "SAFE Policy Letter" weisen die Autoren darauf hin, dass die derzeitigen asymmetrischen nationalen Maßnahmen auf längere Sicht das Finanzsystem destabilisieren könnten, da die unterschiedlichen fiskalischen Möglichkeiten der Euro-Länder, ihre Unternehmen zu unterstützen, das volkswirtschaftliche Ungleichgewicht im Euroraum weiter erhöhen und daher zu starken Nebenwirkungen führen können.

EZB alleine kann Euroländer-Divergenzen nicht einfangen
Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank allein kann die wirtschaftliche Divergenz in der Eurozone jedenfalls nicht bewältigen. Zu den Autoren gehören Arnoud Boot (Universität Amsterdam), Elena Carletti (Bocconi-Universität), Jan Pieter Krahnen (SAFE), Hans-Helmut Kotz (Harvard Center for European Studies und SAFE), Loriana Pelizzon (Goethe-Universität Frankfurt und SAFE) und Marti Subrahmanyam (New York University, Stern Business School). 

Vorschlag: Übergang von Verschuldungs- hin zu eigenkapitalähnlichen Instrumenten 
Neben einer europaweiten Absicherung und Koordinierung der Hilfsprogramme sollte zur Unterstützung von Unternehmen ein Übergang von Verschuldungs- hin zu eigenkapitalähnlichen Instrumenten erfolgen. Durch diese Instrumente der Risikoteilung könnten kleinere und größere Unternehmen ihren Verschuldungsgrad reduzieren und ihre Risikotragfähigkeit erhöhen. Darüber hinaus bietet ein solches „Skin-in-the-Game“ -Finanzierungsprogramm, das dem nach der globalen Finanzkrise in den USA verwendeten Troubled Asset Relief Program (TARP) ähnelt, den europäischen Mitgliedstaaten und ihren Steuerzahlern die Möglichkeit, vom Wiederaufschwung der Wirtschaft nach der Krise zu profitieren. (kb)

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Das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE („Sustainable Architecture for Finance in Europe“) widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Finanzmärkte und ihrer Akteure in Europa sowie einer wissenschaftsbasierten, unabhängigen Politikberatung. Das Institut setzt auf die Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern aus den Wirtschaftswissenschaften, der Rechtswissenschaft und der Politikwissenschaft sowie auf die Vielfalt wissenschaftlicher Methoden.

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