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Russland zahlt Bondanleger in Dollar und vermeidet technischen Default

Russland hat bei zwei Anleihen die Kupons wie vereinbart in US-Dollar gezahlt und damit seine Verpflichtungen erfüllt. Die USA könnten zukünftig auch dies verhindern wollen und planen weitere juristische Hürden. Die Geschädigten wären u.a. Institutionelle, die um ihre Kupons umfallen könnten.

Russland, russische Fahne, Russia
© Somartein / stock.adobe.com

Russlands mit Spannung verfolgte Zahlungen für zwei Dollar-Anleihen sickern zu den Anlegern durch. Moskau hat dafür auf heimische Bestände an US-Währung zurückgegriffen und damit den ersten Zahlungsausfall auf Auslandsschulden seit einem Jahrhundert abgewendet. Darüber informiert Bloomberg.

Drei Investoren, die nicht namentlich genannt werden wollten, sagten, dass ihre Depotbanken entsprechende Zahlungen erhalten hätten. Mindestens ein internationales Clearinghaus hat die Zahlungen für die Tilgung einer 2022 fälligen Anleihe und den Kupon einer 2042 fälligen Anleihe erhalten und abgewickelt, berichten mit der Transaktion vertraute Personen.

Sanktionen komplizieren vieles
Die Komplikationen bei der Überweisung der insgesamt 650 Millionen Dollar (618 Millionen Euro) sind das Ergebnis der weitreichenden Sanktionen, die gegen Russland verhängt wurden nach dem Einmarsch in die Ukraine. Dazu gehören Maßnahmen gegen einige der größten Banken des Landes, die Beschlagnahmung von Vermögenswerten und das Einfrieren der Devisenreserven der Zentralbank.

Die Mittel waren zunächst Anfang April blockiert worden, was eine 30-tägige Nachfrist auslöste, die am Mittwoch abläuft. Russland versuchte, das Problem durch Zahlungen in Rubel zu umgehen, doch die Rating-Agenturen stuften dies als Verstoß gegen die Anleihebedingungen ein. Wenige Tage vor Ablauf der Frist gab das russische Finanzministerium Ende letzter Woche überraschend bekannt, dass die Gelder nun endlich durch das Finanzsystem flössen.

Die USA lassen die Zahlungen nun durchgehen, weil Russland seine heimischen Dollarbestände angezapft hat. Das entspricht dem Ziel der US-Regierung, weil Moskau die so eingesetzten Reserven nicht zur Finanzierung der Kriegsanstrengungen verwenden kann. Sollte das Geld tatsächlich fließen, würde Russland wohl den ersten Zahlungsausfall in Fremdwährung seit der Machtübernahme durch die Bolschewiki vermeiden.

USA werfen Russland und seinen Gläubigern weitere Prügel vor die Füße
Die Atempause könnte allerdings von kurzer Dauer sein, denn am 25. Mai 2022 läuft eine Ausnahmeregelung der US-Sanktionen aus, die derzeit Zahlungen zu Staatsanleihen verschont. Das Office of Foreign Assets Control des Finanzministeriums hat sich noch nicht dazu geäußert, ob die Frist verlängert wird. Nur wenige Tage nach Ablauf der Frist werden Zinsen auf Dollar- und Euro-Bonds fällig.

“Der 25. Mai ist die nächste Hürde”, sagt Richard Briggs, ein Vermögensverwalter bei GAM Holdings. “Wenn das OFAC die Genehmigung nicht verlängert, können sie keine Zahlungen mehr leisten.”

Die Entscheidung werde davon abhängen, ob Washington es bevorzugt, dass Russland weiter seine heimischen Dollarbestände anzuzapfen, “oder ob die Anschein eines erzwungenen Zahlungsausfalls vorteilhafter ist”, sagt Briggs. (aa)

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