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Rund um Lars Feld soll es im Weisenrat bunter werden

Mit dem Ende der Amtsperiode von Volker Wieland ist ein bislang unübliches personelles Gerangel um dessen Nachbesetzung im Weisenrat ausgebrochen. Das vorgebliche Ziel der Interventionisten, die Wielands Sachverstand außer Streit stellen: Mehr Themenvielfalt. Und ein höherer Frauenanteil.

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Der Wirtschaftsweise Lars Feld gehört im Sachverständigenrat zu einer Phalanx an Finanzwissenschaftlern – dieser thematische Überhang wird derzeit hinterfragt.
© IM / Institutional Money

Im Umfeld des Wirtschaftsweisen Lars Feld, der auf dem diesjährigen Institutional Money Kongress einen Vortrag unter dem Motto "Wie Europa doch noch funktionieren kann", halten wird, ist ein veritables Gerangel ausgebrochen. Anlass ist die auslaufende Amtszeit von Volker Wieland. Dieser hat zwar sowohl die Unterstützung von den Vertretern der Arbeitnehmer-, als auch Arbeitgeberseite, doch in Teilen der Bundesregierung gibt es Bedenken gegen eine neuerliche Berufung des Finanz-Ökonomen. Wie das Handelsblatt schreibt, bilde sich in einigen Ministerien die Meinung, der Rat sei reformbedürftig.

"Daher kursiert die Idee, die Personalie zu nutzen, um den Sachverständigenrat einer Frischzellenkur zu unterziehen. Im SPD-geführten Bundeswirtschaftsministerium, aber auch in anderen Ministerien, fordern Beamte, der Rat müsse weiblicher werden, sich inhaltlich breiter aufstellen und sich mehr um Zukunftsthemen kümmern. Innerhalb der Bundesregierung bahnt sich damit ein Konflikt an. Die einen geben sich als Erneuerer und Frauenförderer. Die anderen fürchten, in Wahrheit ginge es darum, das Gremium politisch nach links zu rücken", schreibt die Zeitung.


Der Sachverständigenrat, dessen Aufgabe darin besteht, Reformen einzufordern, könnte also selbst reformbedürftig sein. Welche Maßnahmen der Wirtschaftsweise Lars Feld wiederum für ein Funktionieren der Europäischen Union als notwendig erachtet, wie seine sehr dezidierte Meinung zum Umgang mit Griechenlands Schulden aussieht und was er vom Aktionismus des EU-Kommissionspräsidenten hält, wird der Wirtschaftsweise auf dem Institutional Money Kongressim Rahmen seines Vortrags "Wie Europa doch noch funktionieren kann" erklären. Interessant werden seine Ansichten wohl nicht nur für das Auditorium sondern auch für Regierung sein.

Der bekennende Fan der mittlerweile gescheiterten Jamaica-Lösung wird in seiner selbst definierten Rolle als außerparlamentarischem Oppositionellen auch mit unangenehmen Wahrheiten nicht hinter dem Berg halten. Zu Kongress und Vortrag anmelden kann man sich entweder hier oder über die angeführte Schaltfläche.


Wieland tritt als konservativer Ökonom auf, der immer wieder scharfe Kritik an der EZB und Plänen für eine europäische Schuldenvergemeinschaftung äußert. Doch um Wielands politische Ausrichtung ginge es nicht, auch stelle niemand seine Qualifikation oder Arbeit infrage. 'Der Sachverständigenrat ist aktuell schlicht zu fokussiert auf Finanzmärkte", sagt ein hochrangiger Beamter gegenüber dem Handelsblatt. Und: „Wir brauchen mehr fachliche Diversifizierung.“

Starker Fokus

Tatsächlich forschen drei von fünf Wirtschaftsweisen auf verwandten Gebieten. Wieland beschäftigt sich vor allem mit Geldtheorie. Der von den Gewerkschaften entsandte Peter Bofinger ist ebenfalls Geldpolitikexperte. Hinzu kommt mit Isabel Schnabel als Bankenregulierungsspezialistin eine dritte Finanzmarktexpertin. Da sich der Freiburger Ökonom Lars Feld im Rat fast ausschließlich um Finanzpolitik kümmert, deckt der Chef der fünf Weisen, Christoph Schmidt, die Bereiche Arbeitsmarkt, Strukturpolitik, Energiepolitik, Digitalisierung und Sozialpolitik de facto alleine ab.

Ein Quotenopfer?

Was noch gegen Wieland sprechen könnte: sein Geschlecht. Denn mit  Isabel Schnabel ist nur eine Frau im Rat vertreten. Allerdings gilt seit 1. Januar ein neues Gesetz, das einen Frauenanteil von 50 Prozent in Bundesgremien vorschreibt. Im Sachverständigenrat müssten demzufolge mindestens zwei Frauen sitzen. Würde Wieland berufen, würde man sich aber gleich bei der erstbesten Gelegenheit über das Gesetz hinwegsetzen, sagt ein Beamter gegenüber dem Handelsblatt. (hw)

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