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Rüge: Edmund Phelps fordert mehr Kapitalismus statt weniger

Nobelpreisträger Edmund Phelps fordert einen Mentatlitätswandel ein, speziell in Deutschland. Den Kapitalismuskritikern, die ihr Heil in einem Sozialismus 2.0 suchen, ruft er zu, Deutschland brauche eindeutig mehr Kapitalismus, und nicht weniger. Ob seine Stimme in der hohen Politik gehört wird?

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Nobelpreisträger Edmund Phelps
© Columbia University

Ökonom und Nobelpreisträger Edmund Phelps, ist ein Freund klarer Worte und schonungsloser Befunde. Kürzlich in einem Interview mit der „Welt“ meinte der 86-Jährige, der 2001 das Center on Capitalism & Society an der Columbia gründete und diesem bis heute vorsteht, die kapitalismusmüden Kritiker seien auf dem Holzweg.

Seit Jahrzehnten gebe es nämlich eine nachlassende Dynamik in wirtschaftlichen Dingen. So sei die Produktivität größer Industrieländer rückläufig und es werde weniger Wachstum und Wohlstand geschaffen. Oft sei zu hören, die Ökonomen hätten versagt, speziell da es ihnen nicht gelungen sei, die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 zu verhindern. Dadurch mache sich das Gefühl breit, dass die Welt einem falschen System gefolgt sei. Doch der Kapitalismus sei eben spekuativ, eine radikale Umkehr weg vom Kapitalismus sei aber falsch. Die allgemein verbreitete Einstellung gegen Eliten bringe keinen Fortschritt. 

Problemlösungskapazitäten sind gefragt
Phelps ortet ein Mentalitätsproblem bei vielen Bürgern. Es gebe zu wenig Grassroots-Innovationen, es herrsche kein produktives Klima, das den Erfindergeist weckt und nach Problemlösungen suchen lässt. Arbeit habe zudem ihren Stellenwert bei vielen verloren, sodass man Haltung und Werte in der Gesellschaft verändern müsse, um wieder voranzukommen.  

Bildung ist wichtig, aber die richtige
Gute Bildung schon zu Schulzeiten wie etwa in Schweden oder Singapur sei wichtig, aber nicht ausreichend, so der Nobelpreisträger. Doch in Deutschland etwa würden den Kindern die gänzlich falschen Werte vermittelt. Der Kapitalismus werde als etwas Bedrohliches, Brutales angesehen und dem Klassenkampf das Wort geredet, während Firmengründungen als zu risikoreich dargestellt würden. Es verwundere daher nicht, warum es in Deutschland so wenig Unternehmensgründungen gebe. 

Mehr Investitionen angemahnt
Phelps empfiehlt eine Steigerung der Investitionsquote, dabei sollte aber eine überschießende Neuverschuldung vermieden werden. Erstaunlich für einen Amerikaner fordert Phelps aber im Welt-Interview auch die Zerschlagung der als Monopolisten agierenden Technologiekonzerne à la Google, Amazon und Facebook. (kb)

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