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Rückenwind für den Ritt auf der grünen Welle wird weiter auffrischen

Auf dem EU-Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs über Maßnahmen zur Erreichung des Ziels der Klimaneutralität der EU bis 2050 diskutiert. Auf Basis der Diskussion soll die EU-Kommission im Juli das Gesetzespaket „Fit für 55“ vorlegen.

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Dr. Johannnes Mayr, Chefvolkswirt von Eyb & Wallwitz
© Eyb & Wallwitz

Zur Erreichung der Sektorziele für die CO2-Reduktion setzt die EU bisher für die Industrie und die Luftfahrt auf den europäischen Zertifikatehandel, für andere Sektoren wie den Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft auf nationale Zielvorgaben. "Die aktuellen politischen Abstimmungen sind wichtig, da zum einen die Gewichtung der beiden Instrumente umstritten ist und zum anderen die nationalen Zielvorgaben nach wie vor deutlich voneinander abweichen und ambitioniertere Ziele auch für die wirtschaftlich schwächeren osteuropäischen Länder unausweichlich scheinen", meint Dr. Johannnes Mayr, Chefvolkswirt von Eyb & Wallwitz. Er kommentiert die Ergebnisse folgendermaßen:

Die Gipfelerklärung fällt in diesem Bereich vage aus
Die Bundesregierung setzt sich für einen Ausbau des EU-weiten CO2-Zertifikatehandels insbesondere auf Verkehr und Gebäude und damit auf Kraft- und Heizstoffe ein, wie er seit Anfang 2021 in Deutschland gilt. Die Grünen lehnen dies mit Verweis auf eine einseitige Belastung der Verbraucher ab und fordern zusätzlich strengere Grenzwerte für die Hersteller. Ökonomisch stellt ein sektor- und länderübergreifender CO2-Zertifikatehandel ein adäquates Mittel zur Reduktion der Emissionen dar. Der von den Grünen ins Spiel gebrachte Anstieg des CO2-Preises bis 2023 in Richtung 60 Euro je Tonne wird am Markt dabei bereits vorweggenommen. So hat sich der Preis der EU-Zertifikate im Laufe der vergangenen Monate mehr als verdoppelt und liegt bereits über der Marke von 50 Euro je Tonne.

Setzen auf die grüne Welle
EU CO2-Zertifikate, Preis je Tonne CO2 in Euro

Quelle: Refinitiv, Eyb&Wallwitz

Rückenwind
Begleitet werden die Diskussionen von zahlreichen Initiativen der EU zur Förderung von grünen Investitionen, nicht zuletzt über Anreize und Regulierungen im Bereich des Finanzmarktes. An dieser Stelle zeichnet sich weiterer Rückenwind ab. Dr. Johanne Maxr dazu: "So analysiert die EZB im Rahmen ihrer Strategieüberprüfung derzeit, über welche Wege klimafreundliche Investitionen auch geldpolitisch gefördert werden können. Ein Ergebnis erwarten wir bis Herbst. Neben der Berücksichtigung von Klimarisiken bei der Bewertung der notenbankfähigen Sicherheiten wird dabei auch die Berücksichtigung von Klima-Kriterien in den QE-Programmen geprüft. Möglich wäre auch eine Erweiterung des Mandats der EZB in Richtung Förderung der Nachhaltigkeit der Wirtschaft. Angesichts der Dominanz der Geldpolitik am Finanzmarkt in den vergangenen Jahren könnten diese Weichenstellungen einen erheblichen Effekt auf die Attraktivität von Assets haben. Der Rückenwind für den Ritt auf der grünen Welle dürfte also weiter auffrischen.​​​​​" (kb)

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