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Rohstoffe unter der ESG-Lupe: Warum Nickel besser ist als Gold

Rohstoffe genießen im Hinblick auf Nachhaltigkeit einen schlechten Ruf. Prekäre Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern, negative Effekte auf die Umwelt bei der Gewinnung bis hin zu fatalen Konsequenzen fürs Klima bei der Nutzung. Das schreckte bis dato viele nachhaltig-orientierte Investoren ab.

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Mag. Thomas Kaiser, CFA, Asset Manager bei IQAM Invest und Verantwortlicher für den Bereich Alternatives
© IQAM Invest

Doch ohne Rohstoffe geht es in der heutigen Welt nicht. Die Vision einer klimaschonenden und umweltverträglicheren Lebensweise auf Basis einer erneuerbaren Energieversorgung und neuen Konzepten bei Mobilität, Wohnen, Konsum und Produktion bedarf eines massiven Einsatzes an Ressourcen. „Bei der Betrachtung unter der ESG-Lupe stellt sich heraus, dass es gewaltige Unterschiede zwischen den einzelnen Rohstoffen gibt. Die Bewertungen von Rohstoffen nach ESG-Kriterien geben Investoren Orientierung“, sagt Mag. Thomas Kaiser, CFA, Asset Manager bei IQAM Invest und Verantwortlicher für den Bereich Alternatives.

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Die grüne Zukunft von Nickel
Industriemetalle spielen in Zusammenhang mit dem forcierten globalen Umstieg auf erneuerbare Energie sowie dem Thema Elektromobilität eine große Rolle. In Zukunft wird der Einsatz von Nickel eines der Elemente sein, das eine entscheidende Rolle bei der Energiewende zur CO2-Reduktion spielen wird. Die Eigenschaften von Nickel erleichtern den Einsatz des gesamten Spektrums sauberer Energietechnologien beispielsweise im Bereich der Geothermie, für Batterien von Elektrofahrzeugen und Energiespeicherung, Wasserstoff, Wasserkraft, Windkraft und konzentrierende Solarenergie. Über 2/3 des verbauten Nickels wird recycelt. Trotz seiner wichtigen Rolle für die Energiewende zieht auch die Nickel-Gewinnung ökologische und soziale Folgen nach sich.Der Abbau von Erzen und die nachfolgenden Prozesse der Gewinnung von Metallen sind in der Regel sehr invasiv – so auch bei Nickel. Zusätzlich zu Risiken bei Menschenrechten und Arbeitsnormen bestehen beim Bergbau negative Umwelteffekte: Zerstörung von Lebensraum und Biodiversität, Wasserverschmutzung und Chemikalieneinsatz. Aber der CO2-Fußabdruck ist, absolut und relativ zu anderen Rohstoffen betrachtet, moderat.

Wie nachhaltig glänzt Gold?
Wie sieht es im Gegensatz dazu bei Edelmetallen aus? Goldvorkommen sind fast weltweit verteilt. Auf Unternehmensebene beherrscht kein einzelner Produzent den Markt. Die Recyclingquote liegt bei nahezu 100 Prozent. Sinnvolle Anwendungen in der Elektronik, Optik oder für medizinische Produkte spielen jedoch eine untergeordnete Rolle. Die sozialen Risiken in Bezug auf Arbeitsnormen und Menschenrechte sind in mehreren Ländern erhöht. Kontroversen mit Arbeitnehmern und Anwohnern im Umfeld der Minen sind regelmäßig zu beobachten. Im Vergleich zu anderen Metallen hat die Produktion von Gold sehr hohe relative Klimaauswirkungen: ein kg Gold produzieren über die gesamte Wertschöpfungskette 13 Tonnen CO2, über die Verschmutzung von Boden und Wasser mit Quecksilber und Zyanid wird regelmäßig berichtet. Darüber hinaus müssen für ein Gramm Gold zwei Tonnen Gestein bewegt werden. Die überwiegende Mehrheit des Edelmetalls Gold wird für Schmuck und andere Luxusgüter oder als „Wertaufbewahrungsmittel“ verwendet und hat aus Perspektive der Nachhaltigkeit keine besonders wertvolle Funktion.

Nachhaltigkeitsrating als Orientierungshilfe für Investoren
Bei IQAM Invest wurde gemeinsam mit den Nachhaltigkeits-Spezialisten der Research-Agentur rfu bereits 2019 ein Nachhaltigkeitsrating für Industriemetalle, Edelmetalle und Energie eingeführt, das im Rohstoff-Fonds IQAM Strategic Commodity Fund zum Einsatz kommt. Von insgesamt 15 Rohstoffen basiert die Gewichtung der zehn ausgewählten Rohstoffe ausschließlich anhand ihrer Nachhaltigkeitsrankings. Nickel erhält dabei auf einer neunstufigen Skala von A+ bis C- einen Gesamtscore von -0,9, was einem Rating von B- entspricht. Gold erhält auf der Bewertungsskala einen Gesamtscore von -4,4, was einem Rating von C entspricht. „Nickel ist unter der ESG-Lupe ein positives Beispiel und landet insgesamt auf Platz 1. Darüber hinaus ist Zukunftspotential gegeben, denn das nachhaltige Anwendungsfeld ist stak wachsend“, so Kaiser abschließend. Das Fondsgutachten der ÖGUT für den IQAM Strategic Commodity Fund hat dessen Nachhaltigkeitsorientierung im Dezember 2021 erneut in der Gesamtbewertung mit dem Prädikat „gut tauglich“ gewürdigt. (kb)

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