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Quo vadis, Dividende?

Nach dem Annus horribilis 2020 für Dividendenjäger rechnet MainFirst AM damit, dass dividendenorientierte Investments wieder attraktiv sein können. Thomas Meier und Christos Sitounis, Portfoliomanager des MainFirst Global Dividend Stars, erklären, worauf Investoren dabei achten sollen.

Thomas Meier, Fondsmanager bei MainFirst Asset Management,
Thomas Meier, einer der beiden Fondsmanager des MainFirst Global Dividend Stars bei MainFirst Asset Management
© MainFirst Asset Management

Nach der enttäuschenden Entwicklung des Vorjahres fragen sich viele Investoren, ob es noch sinnvoll ist, auf Dividenden zu setzen. Doch gerade jetzt machen dividendenorientierte Investments Sinn. Zu dieser Einschätzung kommen Thomas Meier und Christos Sitounis, Portfoliomanager bei MainFirst. Das hänge insbesondere mit dem Zinsumfeld zusammen. Angesichts einer Serie von weltweit mehr als 200 Leitzinssenkungen seit Corona-Ausbruch und fast 1.000 seit der Finanzkrise 2008/2009 falle es derzeit schwer, sich einen nachhaltigen Anstieg der Zinsen vorzustellen. 

Wanted: Firmen mit Preissetzungsmacht
Es ergebe aber sehr wohl Sinn, in dieser Zinswüste nach attraktiven Ausschüttungen Ausschau zu halten, verbunden mit der Chance auf Kursgewinne in einem Umfeld, in dem strukturelle Anlageerträge niedrig bleiben. In einer Marktphase mit steigender Inflation seien überdies Unternehmen mit Preissetzungsmacht gefragt, die in der Lage sind, nachhaltig Dividenden zu zahlen. 

1. KMU-Unternehmen zeigen sich widerstandsfähiger
„Die klein- und mittelgroßen Unternehmen (KMUs) sind in ihrer Kostenanpassung deutlich dynamischer gewesen als die großkapitalisierten Unternehmen,“ analysieren Meier und Sitounis. „Auch die Liquiditätsreserven der KMUs waren deutlich höher.“ Dies lasse auf eine eher konservative Bilanzstruktur der Unternehmen schließen. Rechne man den MDax und TecDax mit in die Berechnung des Dividendenrückgangs ein, dann würde dieser deutlich niedriger ausfallen als bei der ausschließlichen Betrachtung der 30 DAX-Unternehmen. Dies lasse sich besonders auf die stark vertretenden eigentümer- und familiengeführten Unternehmen zurückführen: „Während der Coronakrise ergeben sich für Dividendeninvestoren auch interessante Chancen,“ so Meier und Sitounis. Insbesondere die familien- und eigentümergeführten Unternehmen haben einen sehr langfristigen Blick, wenn es um die Entwicklung des Unternehmens geht, und sind nicht auf Basis kurzfristiger Quartalsergebnissen incentiviert.“

2. Kompensation durch außerordentliche Dividende
„Unzählige Unternehmen haben ihre Auszahlungen gekürzt oder ausgesetzt, um mögliche Liquiditätspolster zu wahren, aber sich gleichzeitig verpflichtet, in den nächsten Jahren eine Kompensation auszuzahlen. Dies umfasste auch den Banken- und Versicherungsbereich, aufgrund der aufsichtsrechtlichen Empfehlungen beziehungsweise Regularien. Der deutsche Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung Takkt hat seine Dividende für 2020 beispielsweise komplett ausgesetzt, für 2021 jedoch eine außerordentliche Dividende angekündigt, die den Ausfall deutlich kompensieren soll“, berichtet Meier.

3. Mögliche Bewältigung der Corona-Pandemie
Die Gewinne im Dax sind 2020 um 50 Prozent zurückgegangen, die Ausschüttungen dagegen schrumpften deutlich weniger. „Wir erwarten durch die Bewältigung der Pandemie eine deutliche Aufhellung des wirtschaftlichen Umfelds, welches sich auch in den Gewinnschätzungen und Dividendenauszahlungen der Unternehmen widerspiegeln wird,“ so Meier und Sitounis. In den vergangenen zehn Jahren lag die durchschnittliche Ausschüttungsquote in Deutschland bei knapp über 40 Prozent der Gewinne – 2021 könne diese, durch Aufholeffekte, auf bis zu 60 Prozent ansteigen: „Wir sehen jetzt das Licht am Ende des Tunnels. Gefördert durch die großen Unterstützungsprogramme, schließt Europa ökonomisch zu anderen Regionen auf.“ Außerdem seien die Unternehmen insgesamt gesehen gut durch die Krise gekommen, während bestimmte Branchen wie beispielsweise die Reiseindustrie von der Pandemie überproportional stark getroffen worden sind. „In einigen Fällen ist es schwer, sich vorzustellen, dass sie sich zügig deutlich erholen können. Die Krise zeigt aber, dass die starken Unternehmen noch stärker werden, auch diejenigen, die sehr schnell reagieren, in Form etwa von Kostensenkungen und Umstrukturierungen“, betont Sitounis.

2020: ein einmaliges Ausrutscher-Jahr?
Das schwache 2020 könnte für Dividendenjäger also eher ein einmaliger Ausrutscher gewesen sein: „In einem weiterhin strukturellen Niedrigzinsumfeld bleiben Dividendenstrategien mit einer Kombination aus Ausschüttungen & Kurschancen aussichtsreicher Unternehmen ein attraktiver Portfoliobaustein“, so die beiden Portfoliomanager. Hohe Dividenden allein seien aber nicht ausreichend: „Wir suchen Unternehmen, die in Nischen mit hohen Markteintrittsbarrieren tätig sind und hohe Marktanteile haben.“ Auch relativ hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung seien wichtig. Wenn ausschließlich auf die Ausschüttung geschaut werde und F&E vernachlässigt werde, dann werde sich das über kurz oder lang rächen. (kb)

 

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