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Quants: Das ist die perfekte Welle

Spätestens seit den jüngsten Daten der Credit Suisse ist klar: Quants sind gekommen, um zu bleiben. Demnach haben computergenerierte Strategien gegenüber herkömmlichen Fonds im Verlauf des Jahres den größten Vorsprung US Aktien-Exposure v erzielt. Über die Auswirkungen wird kontrovers diskutiert.

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Über "herkömmliche" Trader schwappt ein wahrer Tsunami an Nullen und Einsen her. Dass sich am Siegeszug quantitativer und passiver Strategien in naher Zukunft etwas ändert, darf bezweifelt werden.
©Fotolia

Wenn man noch Zweifel daran hatte, dass passive, beziehungsweise quantitative Strategien wie ein Tsunami über die Finanzmärkte hereingebrochen sind und vor allem herkömmliche, aktive Manager mit sich gerissen haben, dann dürften sich spätestens seit den jüngsten Daten von Credit Suisse genau diese Zweifel zerstreut haben.

Die Bank hat das Netto-Exposure von von "Quants" und herkömmlichen, aktiven Strategien gegenübergestellt. Das Resultat: Noch nie hatten quantititative Strategien gegenüber dem klassischen Mitbewerb einen ähnlich großen Vorsprung wie im Mais dieses Jahres. Der entsprechende Chart (siehe Bildgalerie oben) zeigt für das Netto-Exposure bei US-Aktien ein plus von 120 Prozent, während herkömmliche Long/Short-Fonds auf unter 80 Prozent gefallen sind. Laut Daten von JP Morgan Chase bewegen Quants inzwischen 60 Prozent aller Akiten-Assets. Vor einem Jahrzehnt waren es noch 30 Prozent.

Umstrittene Auswirkungen

Während vor diesem Hintergrund relativ unbestritten ist, dass "Quants gekommen sind, um zu bleiben", wie es Mark Connors, Global Head of Risk Advisory bei Credit Suisse gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg ausdrückt, sind die Auswirkungen auf die Märkte nicht ganz so klar. Bei Quantitative Investment Management spricht man davon, dass das quantitative Element die Diversität des Marktes erhöht, weil sehr viele unkorrelierte Strategien gefahren werden. Andrew Lapthorne, Chef des Quant-Teams bei Societé Générale sieht das differenzierter. Gerade der jüngste Einbruch des Nasdaq 100 (siehe Bildgalerie oben) sei der Gegenbeweis für Diversifizität, sei doch schlicht der Faktor "Momentum" grosso modo aufgelöst worden.

Auch bei AXA IM zeigte man sich im Rahmen einer Präsentation in Wien zum Thema vorsichtig skeptisch. Demnach sei ein Großteil der verlängerten Hausse auf passive, ETF-dominierte Strategien zurückzuführen, die die Kurse quasi automatisch nach oben drücken würden. Das hat relativ gravierende Auswirkungen auf aktive L/S-Hedge Fonds-Manager, deren Short-Position aus dem Markt gedrängt wurden. "Man kann nicht wachsen, wenn die Häfte des Buches nicht performt", wie man es bei Credit Suisse ziemlich eloquent zusammenfasst. (hw)

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