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Quant.CM: Der Schock für die Märkte kommt unerwartet und hart

Die Aussichten für 2021 sind nicht schlecht, da scheinen sich die meisten Analysten einig zu sein. Was die wenigsten aber mit ins Kalkül ziehen: Unerwartet höhere Preissteigerungen könnten die Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen und die Hausse beenden, warnt Quant.Capital Management.

Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management
Ivan Mlinaric, Quant.Capital Management
© Quant.Capital Management GmbH

„Die Preise könnten im dritten Quartal so stark steigen, dass die Notenbanken zu Zinserhöhungen gezwungen wären“, prognostiziert Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management in einem aktuellen Marktausblick. „Das würde den Aktienmarkt vor die Wand fahren lassen.“

Steigende Ölpreise und das Ende der Mehrwertsteuersenkung sind zwei Faktoren,mit denen derzeit oft ein kommender Schub bei der Inflation begründet wird. „Beide sind richtig und sollten die Inflationsrate im Jahresverlauf durchaus nach oben treiben“, sagt Mlinaric. „Die Märkte haben diese Effekte aber bereits eingepreist, hier drohen keine Überraschungen.“

Dazu kommen dann bei einem Ende der Corona-Beschränkungen mögliche Nachholeffekte beim Konsum. „Diese mögen sich über einen längeren Zeitraum verteilen, vor allem wenn wir uns die Abfolge der weltweiten Pandemie anschauen“, sagt Mlinaric. Je länger aber Lockdowns und die erzwungene Konsumzurückhaltung anhalten, desto schneller und stärker könnten sich diese Effekte auswirken.

Höhere Sparquote, höhere Risiken
Die Sparquote in Deutschland, die in den vergangenen 20 Jahren recht stabil rund um zehn Prozent gelegen hatte, explodierte 2020 geradezu auf 16,3 Prozent, den mit Abstand höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. „Bezogen auf das Volkseinkommen würde das bedeuten, dass 2020 über 110 Milliarden Euro mehr gespart wurden als noch 2019“, so Mlinaric.

Dieser gewaltige Notgroschen kann, wenn es zu einem Nachholeffekt beim Konsum kommt, für einen beträchtlichen Nachfrageüberschuss sorgen. Der Booster aber kommt dann durch die noch nicht vollständig wiederhergestellten Lieferketten. „Im Zuge der Pandemie sind viele Geschäftspartner noch nicht wieder voll leistungs-oder lieferfähig“, so Mlinaric. Das sei derzeit sehr gut bei technischen Gütern zu sehen, bei denen der Zwang zur Digitalisierung eine drastisch erhöhte Nachfrage mit sich bringt, die auf Lieferengpässe aufgrund von Covid-19 trifft.

Marktbereinigung erlaubt Unternehmen höhere Preise zu verlangen
Die drohende Insolvenzwelle in Deutschland und Europa könnte diese Angebotsschwäche noch verstärken. Eine explodierende Nachfrage, die auf ein schwaches Angebot trifft, sei der Stoff, aus dem kurzfristig steigende Preise entstehen. „Und da wir wissen, dass die Preise in der Regel ausgereizt werden, können die Steigerungen hier durchaus beträchtlich ausfallen.“

Alle diese Faktoren, von den steigenden Ölpreisen über die auslaufende Steuersenkung und den zu erwartenden Nachfrageschub, der auf unvollständige Lieferketten trifft, würden zu einem überraschend starken Anstieg der Preise und der Inflationsraten führen.

„Die große Gefahr des Jahres 2021 besteht darin, dass dieser Effekt so enorm wird, dass die Notenbanken zu mehr oder weniger sofortigem Handeln gezwungen sind“, prognostiziert Mlinaric. „Welchen Weg sie auch wählen, um eine dann anspringende Preisspirale abzufedern: Die Aktienmärkte werden es mit einem starken Rückgang quittieren.“ Zumal dann auch sehr schnell die Anleihenrenditen in Bewegung kommen und zu einer echten Alternative zu Aktien werden. Der Aktienmarkt könnte also bald einen Schock erleben. (aa)
 

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