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Quant.Capital: Am langen Ende drehen immer öfter die Renditen ins Plus

Während am kurzen Ende der Zinskurve staatliche Emittenten aufgrund negativer Zinsen Gewinne machen, sieht dies am langen Ende anders aus: Dort sind steigende Renditen zu beobachten und könnten ein Ende der Niedrigzinsära einläuten. Ob eine Trendwende droht, erörtert Quant.Capital Management.

Ivan Mlinaric, Quant.Capital Management
Ivan Mlinaric, Quant.Capital Management
© Quant.Capital Management GmbH

Negative Zinsen über alle Anleihen-Laufzeiten lieferten in den vergangenen Monaten beständig Länder wie insbesondere Deutschland, die Schweiz und die Niederlande. Während Deutschland und die Niederlande in den vergangenen Wochen ausscherten und zumindest auf die 30-Jährigen wieder Zinsen zahlen mussten, hielt sich die Schweiz im Minus - bis vor kurzem. „Doch das ist vorerst vorbei, die 30-jährige Anleihe der Schweiz hat das Minuszeichen abgegeben und wird mit 0,0 Prozent Zins gehandelt“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH. Ob das der Auftakt für eine Trendwende ist?

Steigende Langfristzinsen - aber noch keine echte Trendwende
„Zumindest sehen wir deutlich, dass am langen Ende die Zinsen wieder nach oben zeigen“, sagt Mlinaric. „Dazu passt auch, dass drei Schwergewichte – die USA, China und Großbritannien – selbst bei den einjährigen Papieren positive Zinsen geben und bei den 30-Jährigen in den vergangenen Wochen erkennbar zugelegt haben.“ Eine vollständige Trendwende ist aber noch nicht zu sehen. So sackten etwa in Litauen gerade erst die Zinsen für die Kurzläufer auf -0,42 Prozent, ein neuer Rekordtiefstand, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Quellen: Quant.Capital Management, www.Zins-tracker.de; Stand: 20.9.2021

Sicherheit hat ihren Preis
Deutschland, die Niederlande und die Schweiz sind dabei die Staaten, die am stärksten an den Anleihen verdienen: In fast allen Laufzeiten liegt einer der Staaten beim Negativzins vorn, oft auch alle drei. „Hier zeigen die Märkte, wo sie Stabilität vermuten, und entsprechend Geld parken“, so Mlinaric.

"Dieses Mal ist es anders" - oder doch nicht?
Angesichts steigender Inflationsraten wäre ein Ende der Negativzins-Phase durchaus denkbar. „Doch noch postulieren alle Notenbanken, Regierungen und auch viele Wirtschaftsforschungsinstitute, dass der Anstieg der Inflationsraten nur vorrübergehend sei“, sagt Mlinaric. „Und eine nur zeitweise Erhöhung der Raten bedarf dann keiner zinspolitischer Schritte als Gegenmaßnahmen.“ Sollte sich dagegen zeigen, dass sich der Anstieg der Inflationsraten doch nicht nur aus Basiseffekten speist, könnten die Notenbanken doch irgendwann gegensteuern.

Goldene Zeiten für viele Emittenten
Bis dahin lassen sich die Staaten die Wertaufbewahrungsfunktion ihrer Anleihen aber noch vergolden: Für einjährige Laufzeiten kassiert die Schweiz -0,79 Prozent, Irland folgt mit -0,71, Österreich und Finnland mit -0,7 und Deutschland mit -0,68 Prozent. Bei den Anleihen mit Laufzeiten von fünf Jahren ein ähnliches Bild: Deutschland nimmt -0,64 Prozent der angelegten Summe, die Niederlande -0,62, Finnland -0,59 und die Schweiz -0,58 Prozent. „Für die Staaten ist das eine sehr schöne Möglichkeit, mit der Aufnahme von Schulden Liquidität in die Haushalte zu holen“, sagt Mlinaric. „Das böse Erwachen kommt erst, wenn die Anleihen gerollt werden müssen und die Zinsen bis dahin gestiegen sind.“ (aa)

 

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