Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Provinzial Rheinland will auf innovative Renditequellen setzen

Nicht erst seit der Veröffentlichung der aktualisierten Prognosen der EU-Kommission am Donnerstag haben die Sorgen vor rezessiven Tendenzen in der Weltwirtschaft zugenommen. Vielmehr hat auch die flache und in Teilen inverse US-Zinskurve zu Sorgenfalten bei den Investoren geführt.

neuer-weg.jpg
© Fotolia

Malte Kleindiek, Leiter des Rentenportfoliomanagements bei der Provinzial Rheinland Versicherung in Düsseldorf, kommt bei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage hingegen zu dem Schluss, dass sich das Wirtschaftswachstum nur abkühle und die Wachstumsdynamik nachlasse. "Wachstumsdelle ja, eine Rezession zeichnet sich nicht ab", sagte er in einem Interview mit Bloomberg.

Big Picture
Für die USA erwartet er eine Fortsetzung des Wachstum der Wirtschaftsleistung von 2,0 bis 2,5 Prozent. Und im Euroraum seien mit Blick auf Konsum und kontinuierlich fallende Arbeitslosenzahlen die tatsächlichen Perspektiven besser als die gefühlten. Allerdings hätten im Euroraum einige Länder, allen voran Italien, ihre Hausaufgaben immer noch nicht gemacht und ihre fiskalische Situation nicht im Griff. "Portugiesische und spanische Staatsanleihen sind im Hinblick auf den erfreulichen Aufholprozess der letzten Jahre attraktiv", so der Leiter des Rentenportfoliomanagements.

Fast alle wichtigen Notenbanken würden außerdem eine expansive Geldpolitik verfolgen oder wieder, wie jüngst die People’s Bank of China, auf einen expansiveren Kurs umschalten. Zusammen mit den fiskalischen Maßnahmen werde das eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft vermeiden. Selbst die US Federal Reserve schlage nun eine abwartendere Haltung ein, wobei sich Kleindiek ein oder zwei weitere Leitzinsanhebungen vorstellen kann.

Bestenfalls Waffenstillstand zwischen den USA und China
Da sowohl die USA als auch China die Auswirkungen des Handelskonflikts spürten, erwartet der Rentenspezialist dessen oberflächliche Beilegung. Dies werde aber eher ein Waffenstillstand sein, als zu umfassenden strukturellen Änderungen in China führen.

Die EZB wird dieses Jahr nicht mehr an der Zinsschraube drehen
"Wenn sie Pech hat, hat sie das Fenster für Zinsanhebungen bereits verpasst", so Kleindiek. Trotz aller Unwägbarkeiten sei das ein Umfeld, das nach den schwachen Marktentwicklungen im letzten Quartal für risikoreichere Anlagen spreche.

Starke Renditeanstiege kann sich Kleindiek nicht vorstellen
10-jährige Bunds könnten per Ende 2019 in Richtung 50 Basispunkte anziehen, 10-jährige T-Notes auf um die 3 Prozent. Ein Ende des Niedrigzinsumfeldes ist nicht in Sicht. Dem habe man bereits Rechnung getragen und vor rund drei Jahren mit der Investition in Flugzeugkredite alternative Risiken in die Bücher genommen. Der Schwerpunkt wurde dabei auf Single Aisle-Maschinen gelegt, also solche mit nur einem Gang, und darauf geachtet, lediglich Kredite für zweistrahlige Flugzeuge zu nehmen. Derzeit winkt Kleindiek bei Flugzeugkrediten ab. Neuinvestments seien auf risiko-adjustierter Basis nicht mehr interessant.

Chancen jedoch wieder in mehr traditionellen Anlageklassen
"Der Anstieg der Spreads im Investment Grade-Bereich ist in Anbetracht einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität zu weit gegangen. Hier sehen wir Opportunitäten, da unser Weltbild nicht für eine deutliche Zunahme von Kreditausfällen spricht", sagte Kleindiek. Auch die Ausweitung der Spreads von Covered Bonds sieht er als Gelegenheit. Bei Emerging Markets setzt er auf Hartwährungsanleihen, die jedoch in Euro denominiert oder deren Cash Flows in Euro abgesichert sein müsse.

Private Debt / Direct Lending im Visier
Obwohl der Kreditzyklus bereits weit vorangeschritten sei, die Unternehmen die Leverage erhöht hätten und eine Erosion der Gläubigerschutzklauseln zu beobachten sei, prüft die Provinzial Rheinland gerade innovativere Renditequellen im Bereich von Private Debt / Direct Lending. "Diese Optionen halten wir nach wie vor für attraktiv, werden uns dort aber nur mit erfahrenen Partnern engagieren", so Kleindiek. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen