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„Powell Put“: Ist dieser ein, zwei Lügen wert?

Die jüngsten, schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt sind laut Ostrum Asset Management ein Ausdruck struktureller Ungleichgewichte und liefern der Fed nur einen Vorwand zur Untätigkeit. Inzwischen steigen die Preise rasant weiter...

Axel Botte, Ostrum Asset Management
Axel Botte, Ostrum Asset Management
© Ostrum AM

Der Arbeitsmarkt in den USA bleibt angespannt. Die enttäuschende Zahl neugeschaffener Arbeitsplätze im August (netto 235.000) hält Axel Botte, Marktstratege beim französischen Investmenthaus Ostrum Asset Management, nicht etwa für einen Ausdruck schwacher Konjunktur, sondern eines Mangels an Arbeitskräften.

Arbeitsmarkt hat sich durch Pandemie und staatliche Eingriffe geändert
Die Pandemie habe zu strukturellen Veränderungen auf dem US-Arbeitsmarkt geführt: Offene Stellen in Rekordhöhe stünden einer immer noch hohen Arbeitslosenquote und einem offensichtlichen Missverhältnis zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage gegenüber. Die Partizipationsrate sei niedrig und Druck entstehe durch höhere Ansprüche der Arbeitnehmer, insbesondere bei gering qualifizierten Arbeitskräften, hält Botte fest.

Somit verzögert Botte zufolge die Pandemie die Rückkehr eines Teils der Erwerbsbevölkerung in den Arbeitsmarkt weiter. Die Gesamtzahl der offenen Stellen erreichte im Juli fast elf Millionen, während die Zahl der Arbeitslosen 8,6 Millionen nicht überstieg.

Zwar wurde im August ein historischer Höchststand an Neueinstellungen (brutto) erreicht, aber mit 6,1 Millionen waren sie in der Privatwirtschaft, in der mittlerweile alle Sektoren von Einstellungsschwierigkeiten betroffen sind, gedeckelt. Gleichzeitig ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung weiter zurückgegangen und hat mit 310 000 den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht, merkt Botte an.

Falsche Geldpolitik?
Vor diesem Hintergrund erscheint die derzeitige Wirtschaftspolitik laut Botte unangemessen. Es sei unwahrscheinlich, dass die akkommodierende Geldpolitik der Fed eine schnellere Erholung der Beschäftigung fördert. Im Wesentlichen wird das Wirtschafts­wachstum durch ein unzureichendes Angebot begrenzt. Diese Angebotsbeschränkungen führten im August zu einer Beschleunigung der Erzeugerpreise auf 8,3 Prozent im Jahresvergleich. Anekdoten, die im Beige Book der Fed und in den meisten Unternehmensumfragen zu lesen sind, bestätigen die Versorgungsschwierigkeiten und die steigenden Inputpreise. Die Verbraucherpreisinflation ist auch im August über der Fünf-Prozent-Marke geblieben, merkt Botte an.

Ein, zwei Lügen...
"So wird die Sitzung der Fed in der kommenden Woche wieder mit Spannung erwartet. Die zweifelhafte These der Fed von der vorübergehenden Inflation wird sich am Ende wohl als falsch erweisen, aber in der Zwischenzeit ist es wohl eine Lüge oder zwei wert, den „Powell Put“ aufrecht zu erhalten", erklärt Botte abschließend. (aa)

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