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Pläne zur europ. Kapitalmarktunion: Der EU fehlt die Entschlossenheit

SAFE-Direktor Jan Krahnen schätzt den neuen Aktionsplan der Europäischen Kommission für die Kapitalmarktunion als hilfreich, aber halbherzig ein: Es fehle die Entschlossenheit, Anleger durch eine supranationale Marktaufsicht wirkungsvoll und glaubwürdig zu schützen.

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Professor Dr. Jan Krahnen, Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE
© CFS

Um dem Projekt Kapitalmarktunion neuen Schwung zu verleihen, hat die EU-Kommission kürzlich einen so genannten neuen Aktionsplan vorgestellt. Dieser Plan sieht 16 konkrete Maßnahmen vor, um einer „echten Kapitalmarktunion in Europa“ näher zu kommen.

Maßnahmen führen wohl zu keiner starken Kapitalmarktkultur
Professor Jan Krahnen, Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, nimmt dazu Stellung: „Während die meisten der von der EU-Kommission geplanten Maßnahmen eine effizientere und nachhaltigere Kapitalmarktentwicklung in Europa mit Blick auf Finanzstabilität und Wirtschaftswachstum versprechen, ist es zugleich unwahrscheinlich, dass diese Maßnahmen auch zu einer starken Kapitalmarktkultur und einem gemeinschaftlichen Kapitalmarkt in Europa beitragen werden. Ein Schritt in Richtung eines besser integrierten und effektiveren europäischen Kapitalmarktes erfordert tiefgreifende Reformen, die die Grundlagen der institutionellen Entwicklung auf den Finanzmärkten verändern."

Einführung einer einheitlichen europäischen Marktaufsicht wäre vonnöten
Angesichts eines drohenden ‚No-deal‘-Brexit kommt einer bestimmten Maßnahme ganz besondere Bedeutung zu: der Einführung einer einheitlichen europäischen Marktaufsicht, die gemeinsame und konsistente Regulierungs- und Aufsichtspraktiken in den Mitgliedsstaaten gewährleistet – und damit die bisherige stillschweigende Führungsrolle Londons gleichwertig ersetzen kann. Kranen führt aus: "Internationale Investoren werden die europäischen Kapitalmärkte niemals als einen großen Kapitalmarkt wahrnehmen und anerkennen, wenn 27 nationale Aufsichtsbehörden mehr oder weniger koordiniert nebeneinander her arbeiten."

Neue supranationale Behörde mit starkem Mandat À la SEC angemahnt
Ebenso wichtig ist, dass diese neue supranationale Behörde nicht nur ein regelsetzendes Organ ist wie derzeit die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, sondern auch ein starkes Mandat hat, das nationalstaatliche Durchsetzungsbefugnisse einbezieht und somit den Anlegerschutz besser gewährleisten kann. Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC sollte Europa dabei als Vorbild dienen.“ (kb)
 

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