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PGIM Banken-Analyse: Es wird schlechter, bevor es besser wird

Schwer kalkulierbare Skandale, wie Geldwäsche, belasten die Finanzinstitutionen in Europa. Mit einer weiteren Konsolidierung des Sektors dürfte zu rechnen sein. Einfluss-Potenzial der EZB ist derzeit eher beschränkt.

frankfurt banken
Die Stimmung für Europas Banken verschlechtert sich laut PGIM-Analyse.
© conorcrowe

Der Ausblick für den europäischen Bankensektor trübt sich laut Analyse von PGIM Fixed Income ein. Unterstrichen wird dies durch nach unten korrigierte Ergebniserwartungen. Einige europäische Banken weisen eine deutlich verschlechterte Kreditqualität auf – so auch in Deutschland. Schwer kalkulierbare Skandale, wie Geldwäsche, belasten die Finanzinstitutionen zusätzlich. Mit einer weiteren Konsolidierung des Sektors dürfte zu rechnen sein, jedoch eher auf Regionalbankenebene mit überschaubarer Größe.

Immer wieder EZB
„Im vierten Quartal des letzten Jahres hat sich die Ertragsdynamik von europäischen Banken deutlich verschlechtert – und dass obwohl das Privatkundengeschäft stärker als das Investmentbanking abgeschnitten hat,“ sagt Richard Greenwood, Head of Credit bei PGIM Fixed Income. „Wir erwarten daher, dass sich der Ergebnisausblick, auch insbesondere durch sinkende Wechselkurserwartungen, im Jahresverlauf wieder eintrüben wird. Derzeit haben Banken in der Eurozone rund zwei Billionen Euro an Überliquidität bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkt, mit einem Leitzins von -40 Basispunkten. Die EZB könnte daher die Staffelung der Einlagezinssätze überprüfen und diese bis zu einer bestimmten Höhe künftig von Belastungen befreien.

Nach Ansicht von PGIM ändert dies jedoch nichts an der derzeit sinkenden Rentabilität, die den Anteil von Krediten zu niedrigeren Zinsen und Spreads zwangsläufig erhöht. In diesem Umfeld sind vor allem Banken gut positioniert, die auf zuverlässige Gebühreneinnahmen aus dem Versicherungsgeschäft und dem breiteren Spargeschäft zurückgreifen können. Banken, die am stärksten von einer verschlechterten Kreditqualität betroffen sind, weisen oft schon vor der Kreditvergabe eine schlechte Rentabilität auf. Dazu zählen derzeit hauptsächlich deutsche, italienische und spanische Institutionen. Darüber hinaus hätte ein ungeordneter Brexit einen starken Einfluss auf die Asset-Qualität in Großbritannien, wenngleich wir momentan nicht von diesem Szenario ausgehen.

Optimismus verblasst
Insgesamt sind die Ergebnisaussichten für das Jahr 2019 weniger optimistisch als noch vor sechs Monaten. "Es zeigt sich, dass selbst Banken mit sehr fähigem Management, von Fehlern der Vergangenheit eingeholt werden und nur schwer prognostizier- und skalierbare Kosten nach sich ziehen können – wie beispielsweise beim Bekämpfen von Geldwäsche. Wir erwarten allerdings, dass sich solche Mehrkosten mit Blick auf die aktuellen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, eher auf der Ertrags- als der Kapitalseite niederschlagen werden", so die Analyse weiter.

Außerdem geht PGIM davon aus, dass die Kapitalquoten in ganz Europa stabil bleiben. Die Aufsichtsbehörden könnten zwar weiterhin Druck auf die Risikogewichte ausüben und Banken dazu ermutigen, ihre Ziele zu erhöhen. Aktienanleger sind allerdings zunehmend auf der Suche nach höheren Ausschüttungen. "Was die jüngsten Fusionsgespräche und -ideen im Bankensektor angeht, sind wir uns bewusst, dass die Aufsichtsbehörden besonders am Erhöhen der Eigenkapitalquote zum Decken der Transaktionsrisiken interessiert sind. Dies würde dazu beitragen, das Ausfallrisiko zu begrenzen und Abwertungen im Rating entgegentreten. Dies könnte zwar großvolumige Fusionen beeinflussen, jedoch nicht mögliche Konsolidierungen kleinerer Regionalbanken", so die abschließende Einschätzung. (hw)

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