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Peter E. Huber: "Die Ersten werden die Letzten sein!"

Das Blutbad bei den bisherigen Börsendarlings FAANG & Co. dürfte Anlegern die Warnungen von Taunus Trust und Fondsmanager Peter E. Huber schmerzhaft in Erinnerung rufen, dass man keine Aktien kaufen sollte, denen „die Zukunft gehört“.

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Investment-Urgestein und Fondsmanager Peter E. Huber am Fonds professionell Kongress in Mannheim 2022 vor wenigen Tagen
© Nikola Haubner / FONDS professionell

"Auch die feinste Wachstumsaktie und der beste Qualitätswert sind kein gutes Investment, wenn sie zu hoch bewertet sind. An der Börse geht es nicht darum, gute Aktien zu kaufen, sondern Aktien gut zu kaufen", so Peter E. Huber, Fondsmanager bei Taunus Trust. Ein Schlaumeier könnte jetzt vielleicht erwidern, dass das falsch sei und es vielmehr darum gehe, gute Aktien gut zu kaufen. Doch was sind „gute“ Aktien? Das sind doch die Papiere von Gesellschaften, die in den letzten Jahren mit einer tollen Wachstumsstory geglänzt haben und entsprechend hoch bewertet sind. Anleger neigen nämlich dazu, die vergangene Entwicklung in die Zukunft fortzuschreiben. 

Ein gutes Beispiel ist der ARK Innovation ETF von Starinvestorin Cathie Wood
Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in Aktien von Gesellschaften mit disruptiven Geschäftsmodellen. Man erwartet, dass deren Aktivitäten die Zukunft gehört, auch wenn viele aktuell noch mit Verlust arbeiten. Peter E. Huber dazu: "Der ARK Innovation erreichte seinen Hochpunkt bereits Anfang 2021, begleitet von Rekordzuflüssen an neuen Anlegergeldern. Seither hat er mehr als 75 Prozent seines Wertes eingebüßt und die meisten Investoren befinden sich massiv in der Verlustzone. Gemäß dem Schweizer Vermögensverwalter Pirmin Hotz sind von den 17,3 Milliarden US-Dollar, die über die Jahre in den Fonds eingezahlt wurden, per Ende Mai nur noch 8,8 Milliarden US-Dollar übriggeblieben. Wieder einmal zeigt sich, dass Anleger überwiegend prozyklisch handeln und zum falschen Zeitpunkt kaufen und verkaufen."

Quellen: Refinitv, Bloomberg per 23.06.2022

Auch FAANG-Titel mussten zuletzt Federn lassen
In den letzten Wochen sind nun auch die solideren Wachstumswerte unter Druck gekommen: Amazon ca. -45 Prozent vom Hoch, Netflix -75 Prozent, Meta (Facebook) – 60 Prozent. Selbst Titel wie Apple, Alphabet (Google) oder Microsoft liegen gemessen an ihren Höchstständen 25 bis 30 Prozent im Minus. Peter E. Huber: "Das erinnert mich an die Nifty-Fifty-Blase vor fünfzig Jahren, die 1973 in der Ölkrise ein unrühmliches Ende fand. Die fünfzig Wachstumswerte, denen damals angeblich „die Zukunft gehörte“, verloren im Schnitt deutlich über 60 Prozent. Viele Titel wie Burroughs oder Polaroid sind inzwischen übernommen oder pleite. Andere brauchten lange Jahre, um sich von dem Kursdebakel zu erholen. Auch in der TMT-Krise von 2000 bis 2003 pulverisierten sich viele Wachstumswerte. Ganze Segmente wie der „Neue Markt“ verschwanden komplett von der Bildfläche. Generell kann man sagen, das praktisch alle alternativlosen Megatrends in einem Desaster endeten. Was hoch steigt, muss tief fallen. Äußerst selten erfolgt eine Konsolidierung durch einen längeren Seitwärtstrend. Und genauso selten führen die Vertreter des letzten Megatrends den nächsten Aufschwung an."

Wertentwicklung in USD inkl. Dividenden

Quelle: Taunus Trust

Zur Schnäppchenjagd wird geblasen
Es ist so weit. Der MSCI-Weltaktienindex liegt inzwischen 23 Prozent im Minus und damit im Bärenmarkt-Territorium. Die Aktienkurse haben viel Luft abgelassen. Die Stimmung der Anleger ist schlecht und viele Dividendenpapiere verzeichnen einstellige Kurs/Gewinn-Verhältnisse und hohe Ausschüttungsrenditen. Peter E: Huber führt aus: "Nachdem wir die Aktienquote in unserem chancenorientierten Mischfonds von 96 Prozent im April 2020 schon vor Monaten schrittweise auf 66 Prozent reduziert haben, sind wir ab sofort selektiv auf der Käuferseite. Wie immer könnte das zu früh sein, denn die Zeitungen sind noch nicht voll mit schlechten Unternehmensmeldungen. Und Aktien kauft man ja bekanntlich am besten in einer Rezession, wenn die Unternehmensgewinne sinken. Deshalb gehen wir schrittweise vor. Unser Ziel ist es, am Ende der Baissebewegung die höchste Aktienquote zu haben und vom ersten Tag an von einer Erholung zu profitieren. Bei einem gut diversifizierten Portfolio aus niedrig bewerteten internationalen Standardwerten kann man auf dem jetzigen Niveau langfristig nicht mehr viel falsch machen, selbst wenn die Kurse noch weiter einbrechen sollten. Geduld und Disziplin sind bekanntlich die Kardinaltugenden des erfolgreichen Anlegers." Die nächsten Wochen und Monate sollten jedenfalls gute Kaufgelegenheiten für antizyklische Investoren bieten – selbst am deutschen Aktienmarkt, meint der Altmeister der Geldanlage.

Quellen: Refinintiv, Taunus Trust; Daten per 14.06.2022

Energie- und Rohstoffaktien bieten Chancen
Derzeit wird an den Börsen eine kommende Wirtschaftsabschwächung eingepreist. Peter E, Huber: "Entsprechend sind auch die Aktien aus dem Energie- und Rohstoffsektor deutlich zurückgekommen. Das bietet Chancen, denn unseres Erachtens kommt eine veritable Energiekrise auf uns zu. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Investitionen in neue Vorkommen seit mehr als zehn Jahren drastisch zurückgehen. Wegen fragwürdiger ESG-Kriterien haben insbesondere institutionelle Anleger ihre Bestände an Aktien aus diesem Sektor deutlich abgebaut. Den Banken wurde nahegelegt, die Erschließung neuer Vorkommen nicht mehr zu finanzieren. Die Sanktionen gegen Russland verschärfen das Problem noch."

Quelle: Bison Interests Analysis, Bloomberg

Der Energiebedarf wird dagegen weiter steigen
Als fragwürdig sieht Peter E. Huber die ESG-Restriktionen deshalb an, weil fossile Energien Europa mit dem nötigen Grundbedarf versorgen, bis der Ausbau alternativer Energien entsprechend fortgeschritten ist. Und viele Rohstoffe werden genau für diesen Ausbau dringend benötigt. Huber konkret: "Energie- und Rohstoffaktien werden heute vielfach mit niedrigen einstelligen Kurs/Gewinn-Verhältnissen bewertet und verfügen über hohe Dividendenrenditen. Sie erfüllen in perfekter Weise unsere drei U-Kriterien für antizyklische Investments: Sie sind unbeliebt, unterbewertet und die Anleger sind unterinvestiert. Wir werden die aktuelle Korrekturphase deshalb für Zukäufe nutzen." (kb)

 

 

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