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PEPP hat Pepp: EZB kippt Anleihe-Kaufgrenzen in neuem Rettungsprogramm

Die EZB lässt bei ihrem neuen Rettungsprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Coronavirus-Krise die selbstgesteckten Kaufobergrenzen bei Staatsanleihen fallen. Dieses Limit untersagte es ihr bisher, über ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Landes zu halten.

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Unter Christine Lagardes Führung gibt die EZB angesichts der Corona-Krise ordentlich Gas. Ankaufslimits für Staatsanleihen sind Makulatur.
© Alex Kraus / Bloomberg

Bei Wertpapierkäufen unter dem neuen “PEPP” (Pandemic Emergency Purchase Programme) getauften Hilfsprogramm soll dies nun nicht mehr gelten, wie aus einem donnerstags veröffentlichten Dokument der EZB hervorgeht. Mit der Entscheidung erhöht sie ihre Feuerkraft zur Krisenbekämpfung. Denn damit kann die Notenbank besonders stark betroffenen Ländern wie Italien oder Spanien künftig noch stärker mit Anleihenkäufen unter die Arme greifenm schriebt die Nachrichtenagentur Reuters.

Entscheidung sorgte prompt für etwas Entspannung am Anleihenmarkt
Die Renditen der Staatsanleihen Italiens gaben deutlich nach. Die Rendite kurzfristiger italienischer Bonds büßte zeitweise 0,18 Prozentpunkte auf 0,34 Prozent ein. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe verringerte sich um 0,16 Prozentpunkte auf 1,41 Prozent.

Entschlossene EZB
“Kurz zusammengefasst werden mit der Entscheidung praktisch alle Beschränkungen für Wertpapierkäufe beiseite geräumt, was die Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Entschlossenheit der EZB weiter verstärkt,” urteilte Notenbank-Experte Frederik Ducrozet vom Schweizer Bankhaus Pictet. Ähnlich äußerte sich sein Kollege Florian Hense vom Bankhaus Berenberg: “Dies zeigt einmal wieder, wenn es um Schritte in einem wirklich überzeugenden Umfang geht, dass die EZB die einzige Institution ist, die dazu zumindest bislang in der Lage ist.”

Deutschland lehnt - noch? - gemeinsame Eurobonds vulgo "Corona-Bonds" ab

Im Tagesverlauf beraten die EU-Staats- und Regierungschefs auf einer Video-Konferenz über die Krise. Im Vorfeld waren die Rufe nach gemeinsamen Anleihen der Euro-Staaten laut geworden, um besonders betroffenen Ländern mehr zu helfen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt gemeinsame Staatsanleihen von Euro-Ländern - aktuell “Corona-Bonds” genannt - allerdings weiterhin ab.

Feuer frei
Die EZB hatte ihr Rettungsprogramm in der vergangenen Woche beschlossen. Es ist auf einen Umfang von 750 Milliarden Euro angelegt und soll bis Ende 2020 laufen. Zusammen mit bereits laufenden und schon geplanten Käufen von Staatsanleihen, Firmenanleihen und anderen Titeln steigt das Volumen aller Anleihenkäufe der Währungshüter damit in diesem Jahr auf 1,1 Billionen Euro. Bei der Ankündigung hatte die EZB bereits mitgeteilt, dass sie erwägen könnte, die Kaufobergrenzen zu überprüfen. (kb)

 

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