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Pensionskassenverbandsobmann fordert Zusatzpension für alle

Jeder Österreicher sollte künftig Zugang zu einer betrieblichen Zusatzpension bekommen. Das ist eine der Forderungen, die der Fachverband der Pensionskassen Österreichs an die künftige Regierung stellt.

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Andreas Zakostelsky: "Fordern rasche Maßnahmen"
© FVPK

Im Unterschied zu anderen Ländern ist die betriebliche Altersvorsorge in Österreich bis jetzt ein Privileg, zu dem nur eine Minderheit Zugang hat. Knapp eine Million Bürger sind momentan bei einer Pensionskasse. Rund elf Prozent davon beziehen bereits Leistungen. Der Fachverband der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer macht nun darauf aufmerksam, dass die zweite Säule des Pensionssystems nicht nur zur Erhaltung des Lebensstandards im Alter beiträgt, sondern auch volkswirtschaftliche Effekte bringt.

Volkswirtschaftlicher Milliardeneffekt
Im Vorjahr lag die durchschnittliche Pensionskassenpension pro Monat bei 474 Euro, heißt es in einer Aussendung. Abseits dieses individuellen Profits ergebe sich durch die zweite Säule ein Wertschöpfungseffekt von rund drei Milliarden Euro für den Standort Österreich, so der Obmann des Fachverbands der Pensionskassen, Andreas Zakostelsky.

Er beruft sich dabei auf eine Studie des Wirtschaftswissenschafters Gottfried Haber, der diese direkten Effekte aus der Vermögensanlage und Leistungen der Pensionskassen (Schaffung von Arbeitsplätzen, Auszahlungen an Kunden, dadurch ermöglichte Konsumaktivitäten und folgende ökonomische Effekte) ableitet. Derzeit verwalten die Pensionskassen ein Vermögen von – laut Fachverbandsangaben – 23 Milliarden Euro.

Zakostelsky fordert von der zukünftigen Regierung – die Neuwahl findet im September 2019 statt – dass alle Bürger eine Chance auf eine betriebliche Zusatzpension bekommen sollen. Eine neue Regierung solle "rasch verbesserte Rahmenbedingungen“ schaffen, um dies zu ermöglichen.

Die Forderungen: Mehr Steuerbegünstigung und Übertragbarkeit der Abfertigung
Zum einen sollen die Arbeitnehmerbeiträge steuerlich besser begünstigt und für Geringverdiener ein eigenes Prämienmodell eingeführt werden, so Zakostelsky. Auf Seiten der Arbeitgeber sollen Eigenbeiträge absetzbar werden. "Die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge, die der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter leistet, ist seit langem geregelt. Der Arbeitgeber kann derzeit zwar die Beiträge für seine Mitarbeiter als Betriebsausgabe steuerlich absetzen, aber nicht für sich selbst (geschäftsführende/r Gesellschafter)", heißt es.

Darüber hinaus fordert Zakostelsky, dass jeder seine Abfertigung in eine Pensionskasse übertragen kann. Bisher können Arbeitnehmer, die bereits einen Pensionskassen-Vertrag haben, das in einer Vorsorgekasse (Abfertigung Neu) sowie auch in der "Abfertigung Alt" angesparte Guthaben bei Pensionsantritt steuerbegünstigt in die Pensionskasse übertragen und dadurch in eine lebenslange Rente umwandeln lassen. "Das soll in Zukunft auch für all jene Menschen in Österreich möglich sein, in deren Unternehmen noch keine Pensionskassen-Lösung vereinbart ist", heißt es. Ihnen soll mittels eines "General-Pensionskassenvertrages" die Übertragung der Abfertigung unter standardisierten Bedingungen ermöglicht werden – und somit eine lebenslange Zusatzpension.

Zugang für jeden Zweiten
Würden die Maßnahmen umgesetzt, würde bis zum Jahr 2030 jeder Zweite die Möglichkeit der Veranlagung in einer Pensionskassen-Pension erhalten. In diesem Fall würde sich ein Anlagevolumen von rund 50 Milliarden Euro ergeben, heißt es. Zu weit wagt sich Zakostelsky aber offenbar nicht vor mit seinen Forderungen. Das Thema verpflichtende Betriebspension wird nicht angeschnitten.

Seit den 1990er Jahren erwirtschaften die Pensionskassen laut den Angaben eine Performance von plus 5,22 Prozent (inklusive 1. Halbjahr 2019). Im ersten Halbjahr 2019 lag das Veranlagungsergebnis im Durchschnitt bei plus 6,72 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren wurde im Schnitt ein Plus von 4,14 Prozent pro Jahr erzielt. (eml)

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