Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Pensionsfonds schlägt wegen Inflationserwartung Alarm

Zentralbanker lassen sich auf ein gefährliches Spiel ein, wenn sie Inflationsziele aus Sorge um Wirtschaftswachstum außer Acht lassen, sagt der Chef eines großen Pensionsfonds. Die Zentralbanken verfolgen nämlich eine andere Politik als früher, wo Inflationsbekämpfung wichtig war.

polack_allan_pfa_sw_2017_querfoto.jpg
Allan Polack, Vorstandschef der zirka 87 Milliarden Euro schweren Pensionskasse PFA in Kopenhagen
© PFA

Der derzeitige Fokus der Geldpolitiker in den mächtigsten Zentralbanken der Welt birgt das Risiko, Vermögensblasen zu befeuern, sagte Allan Polack, Vorstandschef der umgerechnet rund 87 Milliarden Euro schweren Pensionskasse PFA in Kopenhagen. Dies vergrößere Vermögensungleichheiten und drohe letztlich, ganze Gesellschaften zu destabilisieren.

Notenbanken sind andere geworden
“Die Art, wie Zentralbanken geführt werden, war früher sehr, sehr anders als heute”, sagte Polack per Telefon gegenüber Bloomberg. “Es ist ganz klar, dass Kaufkraft eine zweitrangige Priorität ist.”

Dänische Pensionskassen werden hervorragend gemanagt
Dänemarks Pensionsbranche gehört laut dem Mercer CFA Institute Global Pension Index zu den am besten gemanagten der Welt. Die Fondsmanager dort haben auf die jahrelang extrem niedrigen Zinsen reagiert, indem sie sich auf der Suche nach höheren Renditen mit weniger liquiden Vermögenswerten aus den Bereichen Infrastruktur und Immobilien eingedeckt haben. Doch die Umschichtungen haben die dortige Finanzaufsicht auf den Plan gerufen. Diese warnt, dass die Fonds Risiken eingehen, die nur schwer zu beziffern sind.

Kapitalmärkte sind aus dem Lot
“Das Problem ist, dass wir von einer Krise in ein anderes Regime übergegangen sind, also Kapitalmärkte haben, die kein Gleichgewicht gefunden haben”, sagte Polack weiter. Letztlich bedeute der derzeitige Ansatz der Geldpolitik, “dass wir Diskussionen darüber führen werden, wie wir unsere Gesellschaft stabilisieren können, denn die Inflation bei den Vermögenswerten ist sehr, sehr deutlich.”

Wohlstandsgefälle wird forciert
Polack sagt, ein Großteil seiner Sorge als Chef eines Pensionsfonds bestehe darin, dass das derzeitige Regime ein Wohlstandsgefälle anheizt, “insbesondere zwischen den Generationen”. Ein Teil des Problems sei die Ungewissheit darüber, wie die Märkte reagieren werden, wenn Inflation wieder zurückkehrt, sagt er.

Inflationserwartungen im Blick
Für PFA ist die Beobachtung der Inflationserwartungen für die Jahre 2022 und 2023 zu einem Hauptschwerpunkt geworden. In dieser Woche ist die zweijährige US-Breakeven-Rate, die die Differenz zwischen inflationsindexierten und nominalen Anleihen misst und Inflationserwartungen widerspiegelt, auf bis zu 2,6 Prozent geklettert. Das ist über ein Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr.

Dänische Pensionsfonds sind mit ihrer Sorge nicht alleine
Einige der bekanntesten Vermögensverwalter der Welt haben ebenfalls begonnen, auf Inflationsrisiken hinzuweisen. Die Allianz-Tochter Pimco gehört etwa zu jenen, die sich besorgt über die beschleunigte Teuerungsrate und die damit verbundene Gefahr für Investoren äußern.

Wie werden die Märkte auf Inflationsbeschleunigung reagieren?
Da Zentralbanker von USA bis Schweden zunehmend ihre Bereitschaft signalisieren, höhere als die angestrebte Inflation als Teil ihrer Strategie zu tolerieren, sei nicht klar, wie sich eine Beschleunigung der Inflation auf die Märkte auswirken wird, so Polack. “Makro und Zinsen folgen einander nicht mehr, weil die Zinsen durch die Geldpolitik in einem sehr politischen Kontext festgelegt werden”, sagte er. “Und als Pensionsfonds sind wir besorgt.” (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren