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Ostrum AM: Stehen die Märkte vor einer „horizontalen Konsolidierung“?

Nervöse Aktienmärkte stehen in einem Wechselbad von hoher Inflation, starker Korrektur bei Large-Cap-Growth und schwachem Dollar. Ein Marktstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management ordnet diese Marktfaktoren ein.

Axel Botte, Ostrum AM
Axel Botte, Ostrum AM
© Ostrum AM

Eine „horizontale Konsolidierung“ nennt Axel Botte, Marktstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management, die derzeit zu beobachtende erhöhte Volatilität und heftige Sektorrotation an den Aktienmärkten. Da in einigen Regionen, die ebenfalls mit Inflationsdruck konfrontiert sind, bereits eine geldpolitische Wende stattgefunden habe, bleibe die wichtigste Frage an den Märkten der geldpolitische Ausblick der Fed.

Märkte derzeit gefangen
Für Botte scheinen die Märkte in einem Kreislauf gefangen zu sein: Der Anstieg der Inflationserwartungen treibt die langfristigen US-Zinsen nach oben, es folgt eine Korrektur der Aktienmarktindizes. Laut Botte begrenzt der starke Rückgang der Large-Cap-Wachstums­werte den Druck auf die Zinsen, was wiederum zu Lasten des US-Dollars gehe, dessen Schwäche am Ende wieder die Preise der risikobehafteten Anlagen treibe. Dieser Stimmungszyklus der Anleger führe zu der Seitwärtsbewegung der Kurse, die durch hohe Volatilität gekennzeichnet ist. Der VIX werde regelmäßig über der Schwelle von 20 Prozent gehandelt.

Der Ausgang dieser Episode von Marktnervosität wird Botte zufolge von der zukünftigen Geldpolitik der Fed abhängen. Die Protokolle der FOMC-Sitzung im April deuten darauf hin, dass die Tapering-Diskussion im Gange ist, unabhängig davon, was einige FOMC-Mitglieder öffentlich sagen mögen. Das Treffen in Jackson Hole Ende August wird laut Botte ein wichtiges Datum sein, um vor einer formellen Ankündigung im September zu kommunizieren.

Neues Niveau der Sockelarbeitslosigkeit
Das Risiko für die Fed bestehe darin, dass die US-Wirtschaft vorzeitig an die Grenzen des Angebots stößt. Die Quote für die Sockelarbeitslosigkeit ist wahrscheinlich höher als die 3,5 Prozent, die vor der Pandemie herrschten. Die Erwerbsbeteiligung nehme nur sehr langsam zu, und die jüngsten Einkommenstransfers an die Haushalte lassen die ideologischen Gegensätze zwischen Demokraten und Republikanern wieder aufleben, wie bei den Debatten im Kongress über die Infrastrukturprogramme zu sehen sei.

"Unsicherheiten ergeben sich auch aus der Entwicklung der Haushaltsdefizite und der Fähigkeit der US-Anleihemärkte, die Emissionen von Treasuries aufzunehmen. Inflationsbereinigt ist die Rendite fünfjähriger Anleihen (-1,80 %) im vergangenen Jahr um 140 Basispunkte gesunken. Bei diesen Niveaus sind Spannungen rund um die Auktionen von Staatsanleihen nicht auszuschließen", hält Botte abschließend fest. (aa)

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