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"Mercron"-Plan belastet Deutsche Bundesanleihen

Die angekündigte Zusage der deutschen Kanzlerin, Steuergelder an die von der Epidemie besonders hart getroffenen Länder der Eurozone zu spenden, kommt Investoren in Deutschen Bundesanleihen teuer, da deren Kurse unter Druck geraten. Profiteure sind spiegelbildlich Peripherieanleihen.

Axel Botte, Ostrum Asset Management
Axel Botte, Ostrum Asset Management
© Ostrum AM

In den letzten Tagen war bei Euroland-Bonds einiges an Bewegung zu sehen. Auslöser war die Politik. Schon die Aussicht auf die Verwirklichung des „Mercron“-Plans in Form eines „Recovery Fonds“ der EU hat den Druck der Finanzmärkte auf die Peripherieländer verringert. Axel Botte, Marktstratege beim französischen Vermögensverwalter Ostrum Asset Management, rekurriert in seinem aktuellen „Strategy Weekly“ auf Schätzungen (auf Basis des Pro-Kopf-BIP und der Größe des Tourismussektors), wonach Italien zwischen 2021 und 2027 bis zu 150 Milliarden Euro erhalten könnte, Spanien bis zu 115 Milliarden Euro und Portugal und Griechenland zwischen 20 und 25 Milliarden Euro.

Laut Botte habe die Solidarität zwischen den europäischen Nationen bereits die Bundesanleihen bis zu einem gewissen Grad belastet. Ihre Renditen sind in der vergangenen Woche um etwa fünf Basispunkte über alle Laufzeiten gestiegen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen lag bei über -0,50 Prozent. Die Spreads von Anleihen der Peripherieländer, hingegen, haben sich in der vergangenen Woche um 20-30 Basispunkte verengt. Italienische BTP mit einer Laufzeit von zehn Jahren werden mit etwa 210 Basispunkten gehandelt. Die verbesserte Stimmung bei italienischen Anleihen zeigte sich auch in einem starken Anlegerinteresse für den fünfjährigen BTP Italia (22,3 Mrd. EUR Nachfrage).

Staatsanleihenrenditen von Deutschland und Italien im Vergleich

ESM-Gelder sollen es richten
Die italienische Regierung wird laut Botte wahrscheinlich die ESM-Kreditlinie in Anspruch nehmen. Die Finanzierungs­bedingungen (10-jähriges Darlehen zum Swap plus 10bp) und die damit verbundenen Auflagen seien äußerst günstig. Auch Spanien könnte von der ESM-Kreditfazilität profitieren, die für Bonos wesentlich günstigere Finanzierungsbedingungen als die derzeitigen Marktbedingungen bietet. (aa)

 

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