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Nur ganz wenige Hedgefonds erzielen im März und April Gewinne

Es gibt sie doch - jene rare Spezies von Hedgefonds, die in den beiden herausfordernden Monaten März und April 2020, die doch so unterschiedlich verliefen und so manche Kehrtwendung in der Positionierung erforderlich machten, jeweils ein Plus erzielen konnten. Wir bitten einige vor den Vorhang.

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© Witthaya/stock.adobe.com/Montage: FONDS professionell

Der sechsfache Familienvater Nicolas Bryon bekam im März nicht viel Schlaf. Aber es waren nicht seine familiären Verpflichtungen, die ihn wach hielten. Als die Märkte weltweit kollabierten, stand der Hedgefondsmanager aus Sydney stündlich auf, um seine Positionen zu prüfen und Geschäfte zu tätigen.

Belohnter Schlafentzug
Nach Wochen mit Schlafentzug kam sein Atlantic Pacific Australian Equity Fund auf ein Plus von 23,6 Prozent für März und April. Damit ist er einer der wenigen Hedgefonds weltweit, die in beiden Zeiträumen Geld verdienten. Die zwei extrem unterschiedlichen Monate verhagelten selbst einigen großen Vermögensverwaltern die Performance. Im März machten zwar einige bearische Investoren Kasse, als sie auf fallende Märkte setzten. Allerdings verloren sie im April wieder Geld, als die Aktienkurse sich angesichts der staatlichen Konjunkturanreize wieder erholten.

Jeder achte Hedgefonds schloss den März und April 2020 mit einem Plus ab
Weltweit verdienten nur 13 Prozent der Hedgefonds in beiden Monaten Geld, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Ein Teil von diesen zeigte ähnliche Muster: die Fähigkeit, über verschiedene Regionen und Anlageklassen hinweg zu handeln, und eine äußerste Wachsamkeit bei der Überprüfung von Positionen. “Ich bin im Allgemeinen recht konservativ”, sagte Bryon, der umgerechnet knapp 20 Millionen Euro verwaltet. Er bevorzugt Firmen mit soliden Fundamentaldaten, die ihre Kosten neu strukturiert haben und sich frisches Kapital über Aktienplatzierungen oder Kredite besorgt haben.

In Alarmbereitschaft
Bryon sagte, er achte rund um die Uhr auf Anzeichen, dass das Virus wieder zu einer Schließung von Volkswirtschaften führt, die gerade erst mit der Öffnung begonnen haben, wie beispielsweise China. Diese genaue Beobachtung habe es ihm ermöglicht, schnell aus Aktien ein- und auszusteigen wie beispielsweise beim Spiele-Giganten Aristocrat Leisure, dessen Aktienkurs im März um 36Prozent gesunken ist und sich im April um 20 Prozent erholte.

Erfolgreiche Langeweile und besserer Schlaf
Der CIO des AVM Global Opportunity Fund, Ashvin Murthy, hat seit dem Start des Fonds im Jahr 2016 annualisierte Renditen von 9,9 Prozent erzielt, was unter den übergroßen Gewinnen einiger Konkurrenten liegt. Aber er sieht keine Schande darin, langweilig zu sein und erzielte im März ein Plus von 3,02 Prozent und im April ein weiteres von 3,14 Prozent. Für Murthy, der etwa 50 Millionen Dollar für Kunden verwaltet, darunter Family Offices in Europa und Asien, haben kleinere als seine üblichen Wetten, die in die richtige Richtung zielten, aufgrund der Marktvolatilität zu größeren Auszahlungen geführt. Er hält derzeit viele Staatsanleihen und Bargeld. Ende Februar machte er Gewinne mit Verkaufspositionen bei Aktien und Kaufpositionen beim US-Dollar. Bis Ende März, als die Federal Reserve mit Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung begonnen hatte, griff er bei Gold und Anleihen der Kategorie Investmentgrade zu.

“Die meisten Hedgefonds, die im Rampenlicht stehen, sind diejenigen, die einen Super-Hebel haben, so dass sie in einem Bullenmarkt alle sexy aussehen”, sagt Murthy aus Singapur. Er fügte hinzu, dass er nicht mehr investiere als er zu verlieren bereit sei - eine risikoarme Strategie, die ganz anders ist als die Hochvolatilitätswetten, die häufig in Asien zu beobachten sind. “Ich habe kein Problem damit, langweilig zu sein. Ich kann wahrscheinlich nachts besser schlafen.”

Andere Fonds mit einem Plus im März und April haben China zu danken
Der fast 1,1 Milliarden US-Dollar schwere Pinpoint Multi-Strategy Master Fund von Pinpoint Asset Management stieg im März um 0,3 Prozent und im April um fast ein Prozent, indem er an seinen Investments in einige der führenden Unternehmen Chinas festhielt. “Covid-19 hat viele Branchen negativ getroffen”, sagte Jennifer Wong, Investor-Relations-Managerin bei Pinpoint. “Wir sind der Ansicht, dass Branchenführer, die besseren Zugang zu Ressourcen, Finanzen und Humankapital haben, weiterhin Marktanteile auf Kosten schwächerer Pendants gewinnen werden.” Pinpoint ist bullisch bezüglich Aktien im Zusammenhang mit der Einführung des chinesischen 5G- Telekommunikationsnetzes sowie Online und Offline-Lernanbieter, einschließlich jener, die außerschulischen Unterricht bieten.

Weitere Gewinner
Auch der Asien-Hedgefonds von Panview Capital schnitt - teilweise dank China - gut ab, er stieg im März um knapp ein Prozent und im April um etwa 4,5 Prozent. Das Unternehmen aus Hongkong hat Investments in Indien zurückgefahren und einige ihrer Portfolios nach China verlagert, wie ein Informant Bloomberg gegenüber berichtet.

Ocean Arete aus Hongkong fuhr im März einen Ertrag von 2,1 Prozent und im April von 3,4 Prozent ein. Ihr Makro-Hedgefond startete mit risikoreichen Aktiva, darunter globale Aktienindizes, reduzierte aber diese Positionen, als die Märkte zu fallen begannen. Als die Stimuli der Regierung Ende März kamen, hat der Fonds Kaufpositionen bei US-amerikanischen und chinesischen Aktien wieder aufgebaut, um von der Markterholung zu profitieren.

Der Hedgefonds von CloudAlpha Capital Management kam im März auf ein Plus von 1,9 Prozent und im April von 4,2 Prozent, womit sich die Gewinne in diesem Jahr auf fast 49 Prozent summieren, wie einem Bloomberg vorliegenden Brief an Kunden zu entnehmen ist. Dazu trugen eine bullishe Position an Tesla und gewisse, zeitlich gut terminierte Shorts in Luckin Coffee bei. 

Der Multistrategy-Hedgefonds von Infini Capital Management legte im März um 33 Prozent zu und im April um weitere 25 Prozent. Der Snow Lake Asia Fund stieg im März um 1,9 Prozent  und im April um 12,3 Prozent, der China-Fonds der Gesellschaft brachte im März 4,4 Prozent  und im April 9,9 Prozent ein. WT Asset Management wiederum verzeichnete im März ein Plus von 1,9 Prozent und im April einen Wertzuwachs von über drei Prozent. (kb)

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