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Norwegen zapft Staatsfonds an, will 37 Milliarden US-Dollar abziehen

Die ruhigen Zeiten für Norwegens Riesen-Staatsfonds, der aus Öl- und Gaseinnahmen gespeist wird, sind vorbei: Nun geht es ans Verkaufen, denn die Regierung hat wegen sinkender Ölpreise ein Loch im Budget und benötigt zudem Geld zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.

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Der bald ausscheidende Staatsfonds-CEO Yngve Slyngstad von Norges Bank Investment Management
© NBIM

Zum ersten Mal in Norwegens Geschichte muss das Land seinen für die Dauer von Generationen angelegten und zirka eine Billion US-Dollar schweren Staatsfonds ordentlich zur Ader lassen: Das benötigte Geld geht weit über das hinaus, was der Fonds jährlich an Kupons und Dividenden vereinahmt. 

Doppelt geschlagen
Dies sei ein historisches Ereignis, meinte etwa die SEB Chef-Strategin Erica Dalsto gegenüber Bloomberg. "Aber wir sind auch in einer Krise ohne historische Parallelen. Denn zum Einen trifft uns eine Pandemie, zum anderen leidet das Budget unter dem Kollaps der Ölpreise." Auch sei nicht klar, ob die Cashflow-Schätzungen im Budget schon die Dividenden-Kürzungen beziehungsweise -Aussetzungen oder -Verschiebungen beinhalteten. Norges Bank Investment Management (NBIM) als Fondsmanager des Staatsfonds hat also einiges zu tun.

Anleiheverkäufe
Vermutlich wird der Fonds vor allem Anleihen verkaufen, um das nötige Cash für die norwegische Regierung aufzustellen. Tilgungen helfen hier, jedoch wird es ohne Verkäufe nicht gehen. Bonds stehen deswegen in der ersten Reihe bei möglichen Verkäufen, weil das Aktienportfolios des Staatsfonds unter die Zielallokationsmarke von 70 Prozent gefallen ist, mutmaßen Experten.  

Wie der Mechanismus funktioniert
Norwegens Regierung benutzt traditionell die Öleinnahmen des Landes, um ihr Budgetloch zu stopfen. Das geschieht über Steuern, Anteile an Offshore-Feldern und Dividenden der börsennotierten Energiefirma Equinor. Solange die Regierung unter Berücksichtigung dieser  Einnahmen einen Budget-Überschuss aufweist, überweist sie diesen an ihren Staatsfonds. 2016 und 2017 allerdings gab es angesichts schwacher Ölpreise keine Zuschüsse mehr, sondern den Abruf von Mitteln, die aber aus dem Cashflow gestemmt werden konnten. 

2020 ist alles anders
Die Regierung braucht nämlich deutlich mehr Geld aus den oben genannten Gründen. Also kommt der Staatsfonds nicht darum herum zu verkaufen. Norwegen hat sich selbst die Fessel auferlegt, nicht mehr als drei Prozent - das entspricht der langfristig anvisierten realen Fondsrendite - des Staatsfondsvermögens für das Schließen von Budgetlöchern pro Jahr abzurufen. Dieses Jahr würden es aber 4,2 Prozent des Fondsvermögens sein und damit erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 mehr als der Drei-Prozent-Cap. Der Bruch dieses Limits ist im Übrigen im Krisenzeiten gestattet, sagt Norwegens Finanzminister. Er sieht sich in einer glücklichen Lage, denn während andere Staaten Geld aufnehmen müssten, könne Norwegen seinen Staatsfonds anzapfen. (kb)

 

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