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Nomura: Renditeanstieg hat Anleger auf dem falschen Fuß erwischt

Der Anstieg der Sekundärmarktrenditen, insbesondere in den USA, kommt Investoren mit hohem Exposure in Staatsanleihen oder hohen Durationen teuer. Ein bekannter Fondsmanager von Nomura AM erklärt, wie man sich davor schützen kann.

Dickie Hodges, Nomura Asset Management
Dickie Hodges, Nomura Asset Management
© Nomura AM

Für Dickie Hodges, Portfoliomanager des rund drei Milliarden Euro schweren Global Dynamic Bond Fund von Nomura Asset Management, kann der Anstieg der US-Anleiherenditen durchaus noch weiter gehen und die Renditekurve noch steiler werden. Eine wirtschaftliche Erholung in Kombination mit geldpolitischen und – noch wichtiger – fiskalischen Stimuli werde jedenfalls inflationär wirken und das Gespenst von Zinserhöhungen heraufbeschwören, warnt der Nomura-Mann in einem aktuellen Marktkommentar.

Duration reduziert
Zwar seien diese eher in ein oder zwei Jahren wahrscheinlich, aber schon die Erwartung höherer Kreditkosten könne zu Volatilität in allen Assetpreisen führen.Dementsprechend war die wichtigste Änderung in der Positionierung seines höchstflexiblen Rentenfonds im letzten Monat die verstärkte Absicherung des Durationsrisikos. In der ersten Monatshälfte wurden Short-Positionen in US-Treasury-Futures sowohl am 5- als auch am 10-Jahres-Punkt der Zinskurve aufgebaut, wobei zur Monatsmitte eine weitere Absicherung am 2-Jahres-Punkt hin-zukam. So reduzierte er die Duration von fast vier Jahren zu Beginn des Februars auf etwa 2,5 Jahre zum Monatsende.

Hodges erklärt: „Die Geschwindigkeit des Anstiegs der längeren Renditen hat viele Anleger überrascht. Die seit August 2020 zu beobachtende Versteilerung der Kurve beschleunigte sich – die langen Renditen stiegen um 30 Basispunkte oder mehr, während die zweijährige Rendite sogar um 1 Basis-punkt fiel. Unser Fonds war dagegen jedoch bereits weitgehend immun. Die Treasury-Bestände konzentrierten sich auf das kurze Ende der Kurve, und Absicherungen trugen dazu bei, das inhärente Durationsrisiko der Kreditbestände auszugleichen. Einige nachrangige Finanzanleihen profitierten sogar, weil eine steilere Renditekurve der Rentabilität der Banken zugute kommt.“

Premiere für Inflation-Linker
Gleichzeitig ging Hodges zum ersten Mal in der sechsjährigen Geschichte des Fonds ein kleines Engagement in inflationsgebundenen Staatsanleihen ein. Hodges: „Obwohl der Umfang mit nur 1,6 Prozent des gesamten Fondsvolumens gering ist, wollten wir uns für die Inflation positionieren, deren Anstieg wir schon seit einiger Zeit prognostizieren. Dass wir italienische Anleihen gekauft haben, zeigt den Wunsch, eine positive reale Rendite zu erhalten, was das durch Investitionen in US-TIPS nicht erreichbar ist. Wir behalten uns vor, weitere Positionen hinzuzufügen, die von höheren Inflationsraten profitieren können, wenn wir glauben, dass diese näher rücken.“

Wette gegen den Euro
Hodges konnte auch gegenläufige Entwicklungen an den Währungsmärkten nutzen. Weil die Fortschritte bei der Corona-Impfung zwischen Kontinentaleuropa, einerseits, und den USA und Großbritannien andererseits so unterschiedlich seien, hätten sowohl US-Dollar als auch das Britische Pfund gegenüber dem Euro an Stärke gewonnen. Gleichzeitig erhöhte er seine Allokation in kurzlaufenden US-Treasuries, die sowohl als Puffer gegen eine steilere Renditekurve als auch als Liquiditätsquelle dienen, falls die von ihm erwartete Volatilität größere Renditechancen bietet. Damit konnte Hodges den Fonds im Februar trotz des schwierigen Umfelds stabil halten (-0,06 Prozent in der EUR-Tranche). (aa)

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