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Nobelpreisträger Robert Shiller hält Crash für möglich

Der US-Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller warnt vor einem möglichen Kollaps an den Aktienmärkten von bis zu 50 Prozent.

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© Simon Dawson / Bloomberg

Seit der US-Starökonom Robert Shiller, ehemals Starreferent am "Institutional Money Kongress", per Fundamentalanalyse den Zusammenbruch der Aktienmärkte im Jahr 2000 vorhersagte, gilt er vielen als zuverlässiger Marktbeobachter.

Nun hat er sich im "Handelsblatt" zur aktuellen Börsenlage geäußert – und warnt erneut vor einem massiven Einbruch. Er könne zwar nicht sagen, wann ein Rücksetzer genau kommt und wie stark er ausfällt: "Fakt ist aber, dass die US-Aktienkurse sich gemessen an den Gewinnen der börsennotierten Unternehmen auf dem zweithöchsten Wert seit weit mehr als 100 Jahren befinden", sagte er. Deshalb sei es nicht ausgeschlossen, dass "die Märkte diesmal zwischen einem Drittel und 50 Prozent absacken könnten".

Als entscheidend für das Wann und Wie eines möglichen Crashs bezeichnet Shiller psychologische Faktoren. Denn die Märkte seien immer stärker abhängig von der Art, wie Investoren sie wahrnehmen. Wenn viele Menschen das Gefühl haben, die Immobilienpreise steigen oder eine Aktie wie Gamestop sei ein attraktives Spekulationsobjekt, bewege das die Kurse. Gerade in den sozialen Netzwerken entstehen laut Shiller inzwischen "mächtige Narrative". Derzeit redeten die Menschen beispielsweise viel über Inflation – und das sei eine große Gefahr: "Die Bedrohung durch Inflation könnte das nächste große einflussreiche Narrativ sein."

Systemkampf: USA versus China 
Sorgen bereiten Shiller auch die "tiefgreifenden Probleme der amerikanischen Gesellschaft", die sozial immer weiter auseinanderfällt und deren Bürger politisch gespalten sind. Das mündet unter anderem in einer zunehmend aggressiven Auseinandersetzung mit China, sagt Shiller: "Der epische Systemkampf ist das mächtigste aller Narrative." (fp)

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