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Ninety One über robuste Renditen im Fernen Osten

Asiatische Unternehmensanleihen bieten institutionelle Investoren robuste Renditen, aber auch andere Vorteile, hält der Rentenchef von Ninety One fest.

Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
Peter Eerdmans, Ninety One
© Ninety One

Gegenwärtig werfen die meisten Staatsanleihen aus Industrieländern inflationsbereinigt nur noch Negativrenditen ab. In Erwartung langanhaltend niedriger Zinsen der US-Notenbank sind in vielen Ländern sogar die Nominalrenditen in den Minusbereich gerutscht. Weltweit suchen Investoren daher nach höheren Renditen, was asiatische Papiere absolut und im Vergleich weiterhin zu einer attraktiven Anlage macht. Auf dieses interessante Renditepotenzial weist Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag hin.

Asien bleibt für globale Investoren eine reizvolle Anlageregion
Global gesehen verschiebt sich die Wirtschaftskraft weiter nach Osten. Und auch wenn man die aktuellen Unsicherheiten im weltwirtschaftlichen Gefüge berücksichtigt, bleibt Asien die widerstandsfähigste Region mit dem stärksten Wachstum. Letzteres fußt auf einer breiten und vielschichtigen Basis, denn Asiens Mittelschicht wächst so schnell wie sonst nirgendwo.

Unter diesen günstigen Rahmenbedingungen setzt der Markt für asiatische Unternehmensanleihen sein kontinuierliches Wachstum fort. Bis vor Kurzem hatten das nur wenige Investoren zur Kenntnis genommen, was sich nun allerdings ändert, denn das Volumen der in diesem Markt verfügbaren Anleihen wächst stetig an und hat bereits zu dem des US-Hochzinsmarktes aufgeschlossen. Trotz der großen und weiter wachsenden inländischen Investorenbasis in der Region wird die Anlageklasse aber weiterhin von globalen Investoren zu wenig beachtet – obwohl auch deren Interesse von Jahr zu Jahr weiter zunimmt.

Asia Debt hat Vorteile
Neben attraktivem Wertpotenzial aus strategischer und taktischer Sicht hat die Anlageklasse noch weitere interessante Vorteile zu bieten. Fundamental betrachtet lassen die unterstützende Wachstumsdynamik der Region und das defensivere Risikoprofil der Emittenten asiatische Unternehmensanleihen widerstandsfähiger gegen kurzfristige Herausforderungen werden.

Etwa 35 Prozent der asiatischen Emittenten von Unternehmensanleihen sind staatliche und staatsnahe Emittenten, und dies wird auch in Zukunft ein wichtiges Merkmal bleiben. Zu ihnen gehören Emittenten, die als „nationale Champions“ einzustufen sind, da sie von ihrer jeweiligen Regierung bzw. ihrem jeweiligen Staat kontrolliert werden. Damit bieten sie einzigartige Anlagemöglichkeiten, die es über Aktien so nicht gibt.

Im Segment der asiatischen, in US-Dollar denominierten Anleihen tummeln sich vor allem Unternehmen, deren US-Dollar-Umsätze in etwa ihrem Finanzierungsbedarf entsprechen. Bei ihnen dürfte es sich um defensivere Emittenten handeln wie z.B. regionale Versorger oder multinationale Exporteure.

Zwar sind die von Corona ausgelösten Schwankungen auch an asiatischen Unternehmensanleihen nicht spurlos vorüber gegangen, dennoch war ihre Wertentwicklung im vergangenen Jahr ein Lichtblick. Besonders gut haben sich nach der im März erreichten Talsohle in US-Dollar denominierte chinesische Onshore- und asiatische Unternehmensanleihen entwickelt. Für deren erfreuliche Renditen mussten Investoren zudem keine höheren Risiken in Kauf nehmen, ganz im Gegenteil.

Ausblick
Das neue Jahr begannen die Märkte in Asien verhalten optimistisch. Die Investoren hoffen, dass die beginnenden Impfkampagnen und die Wiedereröffnung wichtiger Volkswirtschaften für ein stärkeres Wachstum in der Region sorgen werden. Die Erholung, die in China bereits im Gange ist, dürfte, besonders verglichen mit dem Vorjahr, kräftig ausfallen. Erwartet wird außerdem, dass sich die günstigen Finanzierungsbedingungen fortsetzen. In einigen ASEAN-Ländern scheinen gar weitere Zinssenkungen möglich, denn die Inflation wird wohl unter der definierten Obergrenze verharren. Und da die Präsidentschaftswahlen in den USA nun hinter uns liegen, können Investoren auf eine insgesamt orthodoxere US-Außenpolitik hoffen. Auch sie sollte für Asien von Vorteil sein.

Defaults sind Part of the Game
Die jüngsten Zahlungsausfälle bei Onshore-Unternehmensanleihen chinesischer Staatsunternehmen mögen das Vertrauen der Investoren etwas erschüttert haben. Dies ist zwar eine schmerzhafte, wenngleich notwendige Bereinigung, die für das Funktionieren des Marktes unverzichtbar ist. Chinesische Bonds bieten nach wie vor Wertpotenzial für anspruchsvolle Investoren, die den dazu erforderlichen Analyseaufwand nicht scheuen. In einem nach wie vor in den Kinderschuhen steckenden Markt sind die Einschätzungen von Ratingagenturen zu Onshore- und Offshore-Unternehmensanleihen durchaus nützlich und informativ. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine gründliche Analyse der Unternehmensfundamentaldaten aufseiten der Investoren. (aa)

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