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Österreich sorgt für neuen globalen Rekord bei Negativrendite

Österreichs zuletzt rege Emissionstätigkeit sorgt für Aufmerksamkeit am Anleihen-Markt, heißt es bei der Bundesfinanzierungsagentur. Die Republik hält mit einer neuen Anleihe den globalen Rekord für die längste Laufzeit mit negativer Rendite.

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© rustamank / stock.adobe.com

Die Republik hat am Donnerstag vergangener Woche (15.10.) zum vierten Mal im laufenden Jahr eine neue Anleihe (ISIN: AT0000A2KQ43) begeben – zusätzlich zu den zahlreichen Aufstockungen laufender Bonds, die heuer bereits stattfanden. Platziert wurden 2,5 Milliarden Euro, deren Rückzahlung per 20.10.2040 fällig ist. Es wird ein jährlicher Kupon von Null Prozent ausgewiesen.

Es handelte sich, wie bei großen Neuemissionen üblich, um eine syndizierte Begebung. Dabei werden – im Unterschied zum eher bei Aufstockungen eingesetzten Auktionsverfahren – die Anleihen an ausgewählte Investmentbanken verkauft, die die Papiere wiederum aktiv bewerben und nach einem Bookbuilding-Verfahren an die Investoren weiterverkaufen. Und diese griffen zu. Trotz des Nullkupons und trotz eines Re-Offer-Preises von 101,898 Prozent und einer Emissionsrendite (Re-Offer-Yield) von minus 0,094 Prozent.

Rekord bei negativer Wiederverkaufsrendite
Österreich sei damit der erste SSA-Emittent, der jemals eine 20-jährige syndizierte Euro-Benchmarkanleihe mit einer negativen Wiederverkaufsrendite ausgegeben hat, sagt OeBFA-Geschäftsführer Markus Stix. Global halte Österreich den Rekord für die längste Laufzeit einer syndizierten Benchmarkanleihe mit negativer Rendite. "Diese Emission repräsentiert jetzt Österreichs neuen 20-Jahres-Benchmark", so Stix. Die letzte 20-Jährige Benchmarkanleihe, die 2013 begeben wurde, war noch mit einem Kupon von 2,4 Prozent verzinst.
 
Österreich profitiere von seinen guten Fundamentaldaten und seinem "Seltenheitswert" in einer Welt, in der Investoren nach Diversifikation suchen. Auch die vergleichsweise gute Lage im Umfeld der Corona-Krise, trage zur Beliebtheit bei Investoren bei. Es war laut Stix das erste Mal, dass Österreich vier syndizierte Emissionen in einem Jahr an den Markt bringen konnte. Die Anleihe sei um das 9,2-fache überzeichnet gewesen. Die Transaktion unterstreiche den Status der Republik als sicherer Hafen für die globale Investorengemeinschaft, so Stix.

Fondsmanager als größte Käuferschicht
Die größte Käuferschicht waren übrigens mit 45 Prozent Fondsmanager. Beim syndizierten Verkauf ist dank des transparenten Bookbuilding-Verfahrens im Unterschied zur Auktion der Käuferschlüssel bekannt. Banken kauften 32 Prozent des ausgegebenen Volumens. Der Rest ging hauptsächlich ins Private Banking beziehungsweise Retail (zehn Prozent), an Zentralbanken (neun Prozent), Versicherungen oder Pensionsfonds (drei Prozent). Regional betrachtet kamen die Käufer vor allem aus Großbritannien (29 Prozent), Italien (24 Prozent) und Deutschland (13 Prozent).

Generell sorge die heuer hohe Emissionstätigkeit für Aufmerksamkeit am Markt, so Stix. Im Juni begab die Republik eine zweite 100-Jährige Anleihe, nachdem sie 2017 erstmals in der Eurozone eine 100-jährige Anleihe platziert hatte. Österreichs aufgestockter Finanzierungsplan für 2020 sieht ein Emissionsvolumen von mindestens 35 Milliarden Euro vor. Bis jetzt wurde ein Volumen von rund 35,1 Milliarden Euro platziert, heißt es bei der OeBFA. Die Gesamtemissionen einschließlich kurzfristiger und anderer Instrumente wird laut OeBFA heuer voraussichtlich bei rund 60 Milliarden Euro liegen. Rund 85 Prozent davon seien bereits abgewickelt. Die starke Akzeptanz des Finanzierungsplans sei ein Beweis für die außergewöhnliche Stellung Österreichs auf diesem Markt, so Stix.

Book Runners
Die beteiligten Investmentbanken (Book Runners) waren BofA Securities, Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley, Nomura and UniCredit. Sie erhalten für ihre Leistungen eine Gebühr von der Republik. Auch alle anderen 15 offiziellen Dealing-Partner der Republik wurden als Co-Lead Manager einbezogen, heißt es. (eml)

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