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Neuberger Berman: Strafzölle gegen Autoindustrie schlimmer als Brexit

Für Erik Knutzen von Neuberger Berman würden US-Zölle gegen europäische, insbesondere deutsche Automobilerzeuger, die Weltwirtschaft wesentlich stärker schädigen, als ein komplett ungeordneter Brexit. Institutionelle Investoren sollten daher gewarnt sein und die Entwicklung genau beobachten.

Erik Knutzen, Chief Investment Officer Multi-Asset Class bei Neuberger Berman
Erik Knutzen, Chief Investment Officer Multi-Asset Class bei Neuberger Berman
© Neuberger Berman

Die Wiederkehr einer 15 Jahre alten Beschwerde der USA über europäische Airbus-Subventionen könnte den Auftakt für einen Handelskrieg zwischen USA und Europa bilden. Vor diesem Risiko warnt Erik Knutzen, Chief Investment Officer Multi-Asset Class bei Neuberger Berman. Denn in ihrer Beschwerde zitieren die USA die Welthandelsorganisation mit der Aussage, die Subventionen hätten „negative Auswirkungen auf die USA“ gehabt – und drohten Importzölle auf europäische Güter im Wert von elf Milliarden US-Dollar an, sollten die Subventionen beibehalten werden.

Dies seit laut Knutzen eigentlich keine große Sache, wenn man nicht gerade mit Käse, Wein oder Skianzügen handelt – abgesehen von Flugzeugen und Motorrädern finden sich auch diese Produkte auf der Liste betroffener Waren. Doch die Europäische Union habe Knutzen zu Folge das Thema aufgebauscht, indem sie über Vergeltungszölle sprach.

Wenn ein Autobauteil die nationale Sicherheit gefährdet…
Und der Konflikt könnte tatsächlich noch größer werden, wenn sich im sogenannten Section-232-Bericht des US-Handelsministeriums über Automobilimporte ein Hinweis darauf findet, dass europäische Autobauteile ein Sicherheitsrisiko für die USA darstellen. Der Bericht wurde dem Weißen Haus im Februar vorgelegt, aber noch nicht veröffentlicht.

Dies würde Knutzens Einschätzung nach Zöllen Tür und Tor öffnen. Ein 25-prozentiger Zoll auf europäische Autos und Automobilteile hätte sofort weltweite wirtschaftliche Folgen. Die Kosten der Automobilhersteller könnten um acht Prozent steigen – und der damit einhergehende Nachfrageschock könnte das Weltwirtschaftswachstum um bis zu einem halben Prozentpunkt schwächen. „Selbst ein komplett ungeordneter Brexit würde kaum einen derartigen Schaden anrichten“, betont Knutzen.

Wie allokiert Neuberger Berman?
Trotz aller bestehenden Risiken bleibt das Asset Allocation Committee von Neuberger Berman bei einer leichten Übergewichtung Europas. „Wir gehen davon aus, dass die Fortschritte in China letztlich auch anderen Exportnationen wie Deutschland und Italien helfen. Die EU-Minister haben der Europäischen Kommission gerade grünes Licht für Handelsgespräche mit den USA gegeben. Vielleicht kommt es dann auch zu einer verbalen Abrüstung“, erklärt Knutzen.

Dennoch sollten Anleger vor Risiken und Volatilität gewarnt werden. Auf die Frage, welche politischen Risiken die größten sind, steht jetzt der Handelskonflikt der US-Administration und dem europäischen Automobilsektor weit oben. Der Konflikt mit China rückte dafür in den Hintergrund. Weitere Marktrisiken seien laut dem Neuberger Bermann-Multi-Asset-Class-CIO außerdem schwache Unternehmensgewinne im ersten Quartal, neue enttäuschende Zahlen aus China oder anderen Ländern und die allgemeine Nervosität zum Ende eines Konjunkturzyklus. (aa)

 

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