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Natixis-Boutique H2O Asset Management: Droht hier ein GAM-Schicksal?

Natixis ist im Krisenabwehrmodus und will Abflüsse aus der affilierten Londoner Investment-Boutique H2O AM, die auf Global Macro und alternative Fixed Income-Anlagen spezialisiert ist, stoppen. Dazu kam es, weil Investoren Werthaltigkeit und Liquidität nicht gerateter Privatmarkt-Bonds anzweifeln.

Jean Raby
Jean Raby (Bild links) überblickt die Investment Management-Aktivitäten der Bank Natixis und hat gegenwärtig alles andere als Freude mit der affiliierten Boutique H2O Asset Management. Natixis hat das H2O-Abenteuer bis dato ein Minus von zirka 1,5 Miliarden Euro an Börsenbewertung gebracht. 
© Natixis IM

Durch diesen Schritt verringert Natixis den Marktwert der privat platzierten Bonds, die von Firmen aus dem Umkreis des ehemaligen deutschen Wirtschaft-Wunderkindes und Financiers Lars Windhorst, der bereits einige Rückschläge einstecken musste, ausgegeben wurden, auf weniger als zwei Prozent der H2O-Fondsassets. Die Fonds von H2O werden zu einem Abschlag zwischen drei und sieben Prozent gepreist, und H2O wird alle Fonds-Einstiegsgebühren aussetzen, wie die Gesellschaft in einem Statement mitteilt.  

Kann man durch diese Maßnahmen die Flows drehen?
Alleine am Donnerstag letzter Woche sind die Asset von H2O um 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen, weil Investoren die Illiquidität von Privatmarkt-Anleihen der mit Lars Windhorst in Verbindung stehenden Firmen fürchten, berichtet Bloomberg News. Mit den Maßnahmen, durch die Fondsinvestoren nun Bewertungsverluste übernehmen, versucht H2O, dem Schicksal des bekannten Stock Pickers Neil Woodford und des Schweizer Asset Managers GAM Holding zu entgehen. Diese mussten nämlich Fonds schließen. 

Krise schlägt auf Natixis durch
Die beiden Bloomberg-Analysten Jonathan Tyce und Georgi Gunche erfuhren von Natixis, dass man im 2. Quartal bis dato 680 Millionen US-Dollar an Abflüssen zu verzeichnen habe. Diese Zahlen werden zum Quartalsende jedoch wesentlich höher ausfallen, vermuten die Analysten. Der Aktienkurs von Natixis war am Donnerstag und Freitag letzter Woche regelrecht eingebrochen - er gab von 3,944 auf 3,406 nach und notiert Montag Mittag bei 3,434 Euro leicht fester.

Genealogie einer Krise
Das Unglück hatte damit begonnen, dass Morningstar die Frage von Interessenkonflikten aufwarf und Bedenken im Bezug auf die Liquidität und Angemessenheit der Bewertung einige Unternehmensanleihe-Positionen äußerte. Man suspendierte am Mittwoch seine Empfehlung nach einem Report in der FT über das Fondsportfolio von selten gehandelten Anleihen.

H20 CEO Crastes, saß im Board von Tennor, der Investmentgesellschaft von Windhorst, die Bonds begab, welche sich nicht zu knapp in H2O-Fonds wiederfanden. Die Optik ist alles andere als schön. Nun wurde Crastes von Natixis-CEO Francois Riahi and Jean Raby, der die Investment Management-Aktivitäten der Bank überblickt, gebeten, das Tennor-Board zu verlassen. Statt seiner nimmt nun der H2O-CIO Vincent Chailley im Verwaltungsrat Einsitz.

Natixis will Beruhigung der Lage herstellen
Die Verringerung der Bestände an mit Windhorst verbundenen Anleihen zu Anfang der Woche steht in krassem Gegensatz zu dem trotzigen Ton, den H2O-CEO Bruno Crastes in einem Interview letzte Woche, das auf der Website H24 Finance publiziert wurde, anschlug. Die Liquidität der Wertpapiere sei gesichert und werde auch zusätzlichen Kapitalabzügen aus den Fonds standhalten, zitiert Bloomberg aus einem Natixis-Statement von Montag. Zudem verwies das Haus auf die langfristigen Performance-Treiber der H2O-Fonds, die sich über viel Jahre bewährt hätten und davon unbeeindruckt blieben, da sie in keiner Beziehung zu dieser Art von Investment stünden. 

Windhorst: eine Vorstrafe, zwei Pleiten und nun wieder Comeback-Kid
Windhorst hatte in den 1990er-Jahren eine steile Karriere als Jungunternehmer begonnen. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase geriet seine Firma in Schieflage, und er musste Insolvenz anmelden. Ein Grund, warum das Windhorst-Investment unter Investoren Aufsehen erregt haben dürfte, könnte auch die Tatsache sein, dass Windhorst im Jahr 2010 vom Berliner Landgericht wegen Veruntreuung von 930.000 Euro zu einer einjährigen Bewährungs- sowie zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Der Angeklagte war damals geständig und räumte Fehler aus "Unbedarftheit und Unerfahrenheit" ein. Fast die gesamte Summe habe er verwendet, um sein inzwischen insolventes Unternehmen zu retten, erklärte Windhorst damals. 2009 folgte dann die zweite Insolvenz. Diesmal war es die von Windhorst mitgeführte Beteiligungsgesellschaft Vatas. Mit der Investmentgesellschaft Sapinda, die er in Tennor umfirmierte, startete Windhorst 2013 dann erneut ein Comeback. (kb)

 

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