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Nachhaltigkeitsfonds: Sechs Vorurteile im Check

Die DWS muss sich gegen den Verdacht des Greenwashings wehren, Greenpeace wirft Schweizer Banken Irreführung vor: Das massive Trommeln der Geldanlagebranche für ESG-Investments stößt erstmals auf breiter Front auf Kritik. Wir prüfen, was an typischen Vorhaltungen dran ist.

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Nachhaltigkeitsfonds können für den Umweltschutz nichts bewirken!
Stimmt zum Teil. Zum einen ist es so: Wenn ein einzelner Fondsmanager die Aktien eines Ölkonzerns verkauft und das Geld in einen Windkrafthersteller steckt, hilft das dem Klima überhaupt nicht. Weil lediglich ein Eigentümerwechsel stattfand, hat keines der beiden Unternehmen mehr oder weniger Geld als vorher. Rechnungen à la "Wer 10.000 Euro in diesen Fonds investiert, spart 500 Kilogramm Kohlendioxid ein", wie man sie in der Branche mitunter sieht, sind daher Quatsch.

Aber: Schichten Hunderte Portfoliomanager ihr Geld um, spiegelt sich das deutlich in den Börsenkursen wider. Die Kapitalkosten des Ölkonzerns steigen, er bekommt Probleme, sein Geschäft zu finanzieren. Das kann ein echtes Umdenken anstoßen – und den Konzern beispielsweise dazu bewegen, in erneuerbare Energien einzusteigen. Außerdem können die Asset Manager ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen ("Proxy Voting") und im kritischen Dialog mit den Unternehmen ("Engagement") nutzen, um die Konzerne zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen.
© StudioLaMagica / stock.adobe.com

Lange Zeit ging es für das Segment der nachhaltigen Geldanlagen nur nach oben: Enorme Mittelzuflüsse, Hunderte Fondsauflagen, ein wohlwollendes Echo in der Presse. Zwar war der Boom immer schon begleitet von kritischen Stimmen: Sind die Portfolios tatsächlich so grün, wie die Asset Manager gerne behaupten? Lässt sich mit Öko- oder Ethikfonds de facto die Welt retten? Und ist es wirklich glaubwürdig, wenn ein Investmenthaus behauptet, Nachhaltigkeit sei schon immer "Teil unserer DNA" gewesen? Aber solche Einwände vermochten es nicht, das Segment zu bremsen. Quartal für Quartal konnte die Branche neue Rekorde vermelden.

Doch nun ist ein Punkt erreicht, an dem die Stimmung zu kippen droht. Die DWS muss sich mit Vorwürfen ihrer früheren ESG-Chefin auseinandersetzen, das Unternehmen habe sich deutlich nachhaltiger präsentiert, als es tatsächlich war. Der Anbieter wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen, konnte es aber nicht verhindern, dass weitere kritische Berichte erschienen, in denen dem Fondsanbieter Greenwashing vorgeworfen wird. Fast zur gleichen Zeit stieß eine Untersuchung von Greenpeace auf ein großes Medienecho, in der die Umweltschutzorganisation mehreren Schweizer Banken Irreführung bei der Beratung zu nachhaltigen Anlageprodukten unterstellt. Und schließlich legte der Londoner Thinktank Influencemap mit einer Studie nach, die sich äußert kritisch mit "Klimafonds" auseinandersetzt.

Plötzlich, so scheint es, werden Thesen wieder populärer, die den Sinn der nachhaltigen Geldanlage insgesamt anzweifeln. In der Bilderstrecke oben hat die Redaktion versucht, sachlich auf den Punkt zu bringen, was hinter einigen gängigen Vorurteilen gegen ESG-Fonds steckt – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben(bm)

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