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Myron Scholes: Auf Inversion der Zinskurve muss keine Rezession folgen

Myron Scholes, Chef-Investmentstratege bei Janus Henderson Investors, meint genauso wie Ashwin Alankar, Head of Global Asset Allocation, dass die gegenwärtigen Marktbedingungen nicht die Behauptung stützen, dass die US-Wirtschaft infolge Zinskurven-Inversion nun auf eine Rezession zusteuern müsse.

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Myron Scholes
© Bloomberg

Die Renditen von US-Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit haben Ende März diejenigen der 10-jährigen überstiegen. Eine solche Umkehrung der Zinskurve ging jeder Rezession seit den 1960er Jahren voraus. Die Befürchtung ist daher, dass das auch diesmal der Fall sein muss.

Abnormale Form der Zinskurve erfordert Aufmerksamkeit, aber nicht mehr
Statt auf eine Wiederholung historischer Statistik zu vertrauen, empfehlen Alankar und Scholes hingegen, die objektiven Gründe für die aktuelle Umkehrung zu untersuchen: Sie wurde von steigenden Leitzinsen durch die Straffungspolitik der US-Notenbank getrieben, was dazu führte, dass die Leitzinsen deutlich über die Inflation hinaus stiegen und das Geld teuer machten. Verglichen mit früheren Inversionen ist Geld aber immer noch relativ preiswert. Es könnte sich als falsch erweisen, der aktuellen Form der US-Zinskurve zuviel Gewicht beizumessen, da sie wahrscheinlich durch eine jahrelange extrem expansive Geldpolitik verzerrt wurde. Stattdessen ist es vielleicht ratsam, andere Märkte als ein zuverlässigeres Barometer für die wirtschaftliche Lage heranzuziehen.

Kreditspreads zeigen keine Inversion
Die Kreditkurven zum Beispiel erzählen eine ganz andere Geschichte, hier ist keine Inversion zu bemerken, wie der folgende Chart illustriert. Er stellt, in Basispunkten ausgedrückt, die Differenz zwischen dem langfristigen Barclays US Long Credit Index und dem kurzfristigen Bloomberg Barclays US 1-3YR Credit Index auf Monatsbasis von 29. Dezember 2000 bis 28. Februar 2019 dar. Aktuell liegt dieser Spread bei 124 Basispkten (bps).

Quelle: Janus Henderson Investors 

Aktienmärkte schwenken keine rote Flagge
Auch die Aktienmärkte signalisierten keine drohende Rezession, sondern prognostizierten Wachstum. Die abnormale Form der Zinskurve erfordere also Aufmerksamkeit, aber es gebe  für die derzeitige Situation keine historischen Beispiele, sagen Scholes und Alankar. Wir bewegen uns eben in unbekannten Gewässern..... (kb)

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