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M.M.Warburg: Sind die Gewinnerwartungen zu hoch?

Die Gewinnwarnungen deutscher Unternehmen werden mehr. Damit stellt sich die Frage, ob die vom Markt erwarteten und in den Aktienkursen eingepreisten zukünftigen Gewinnsteigerungen zu hoch sind und damit Enttäuschungen bzw. damit einhergehend Kursrückgänge drohen.

Risiko
Engagements am Aktienmarkt fühlen sich für viele Anleger derzeit an wie ein Drahtseilakt in schwindeliger Höhe.
 
© Chlorophylle / stock.adobe.com

Investoren sollten trotz steigender Aktienkurse skeptischer werden. Denn die Hausse könnte aufgrund einer immer schlechteren Konjunktur auf tönernen Füßen stehen. Das zeigt sich derzeit auch bei einigen der jüngst gemeldeten Quartalszahlen. Wie M.M.Warburg & Co in einer aktuellen Analyse festhält, haben im Vorfeld der Berichtssaison die Gewinnwarnungen deutscher Unternehmen zugenommen.

Immer mehr prominente Unternehmen warnen
Nicht nur Unternehmen aus der zweiten Börsenliga wie Aumann, Krones und die Deutsche Beteiligungs AG haben ihre Erwartungen an das Jahr 2019 zurückgeschraubt. Mit Lufthansa, Daimler und BASF haben auch Unternehmen aus dem Dax ihre Ziele für dieses Jahr kassiert.

Weitere Gewinnwarnungen sind laut M.M.Warburg & Co wahrscheinlich. So haben auch Analysten in den vergangenen Wochen ihre Gewinnerwartungen reduziert. Wurde zu Beginn des Jahres noch mit einem Anstieg der Gewinne der Dax-Unternehmen von über zwölf Prozent gerechnet, wurde diese Zahl nun auf knapp fünf Prozent nach unten korrigiert.

Überraschend war das für M.M.Warburg & Co nicht: In Anbetracht der weltweiten und insbesondere in Deutschland mittlerweile ausgeprägten Wachstumsschwäche und einer Rezession im Industriesektor war es eher verwunderlich, dass die Gewinnschätzungen erst jetzt so deutlich angepasst wurden und sogar vor einem Monat noch mit einem Gewinnwachstum von acht Prozent gerechnet wurde.

13 Prozent höhere Gewinne 2020?
Noch erstaunlicher seien M.M.Warburg & Co zu Folge jedoch die Erwartungen an die Gewinne für 2020. Auch wenn das Niveau aufgrund der Reduzierung der Erwartungen für 2019 gesunken ist, wird dennoch weiterhin mit einem Anstieg der Gewinne um 13 Prozent im kommenden Jahr gerechnet.

Dies sei für M.M.Warburg & Co eigentlich nur mit viel Konjunkturoptimismus oder der Möglichkeit der Ausweitung der Margen etwa über höhere Preise zu erklären. Inflation und Produzentenpreise zeigten diesen Spielraum aber kaum an und auch ein konjunktureller Aufschwung scheine angesichts schwacher Konjunkturdaten und Frühindikatoren sowie eines schwer lösbaren Handelskonflikts eher ein frommer Wunsch zu sein. (aa)

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