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Millionenverluste? LGIM-Whistleblower beklagen "toxische Risikokultur"

Legal & General Investment Management (LGIM), der größte Fondsmanager Großbritanniens, sieht sich schweren Vorwürfen in Bezug auf Risikomanagement und Handelsabwicklung gegenüber – und zwar aus den eigenen Reihen. Mindestens drei Whistleblower haben den Umstand der Aufsicht FCA gemeldet.

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© Olivier Le Moal / stock.adobe.com

Mehr als eine Billion US-Dollar verwaltet das britische Fondshaus Legal & General Investment Management (LGIM) für seine Anleger, Millionen Sparer und Pensionsfonds-Kunden vertrauen dem größten Fondsmanager der Insel. Jetzt sieht sich das Investmenthaus, Tochter der gleichnamigen Versicherung, schweren Vorwürfen aus den Reihen der eigenen Mitarbeiter gegenüber. Das berichten diverse Medien in Großbritannien.

Dabei geht es nicht nur um eine angeblich "toxische Risikokultur", sondern auch um vermeintliche Fehler in der Handelsabwicklung. Dadurch sei es womöglich zu Verlusten in Millionenhöhe für die Kunden gekommen, heißt es laut "Financial Times" in der Beschwerde, die mindestens drei Whistleblower an die Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) gerichtet haben.

Probleme werden sehr ernst genommen
Die Aufseher der FCA wollten entsprechende Berichte nicht kommentieren. Auf Nachfrage unserer Redaktion lehnte auch das Unternehmen eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Zur Begründung hieß es, LGIM äußere sich nicht zu spezifischen Performancefragen, disziplinarischen Maßnahmen oder zur Meldung von Missständen. Die Probleme würden jedoch sehr ernst genommen. Eine aktuelle unabhängige Überprüfung der Unternehmens- und Risikokultur von LGIM sei zudem zu dem Schluss gekommen, dass das Unternehmen eine positive, respektvolle, professionelle und kundenorientierte Kultur besitze.

Gemeint ist eine kürzlich abgeschlossene Untersuchung der Risikomanagementprozesse in der Fondseinheit des FTSE-100-Versicherers durch die renommierte Londoner Anwaltskanzlei Latham & Watkins. Bereits Anfang des Jahres hatte sich ein Mitarbeiter darüber beschwert, dass bestimmte Regeln nicht befolgt würden. In der Untersuchung waren die Juristen zu dem Schluss gekommen, dass die Prozesse von LGIM "nicht perfekt, aber ziemlich gut" seien.

Offenheit gefordert
Die "Financial Times" zitiert eine "leitende Persönlichkeit in der Investmentbranche", die erklärt habe, man werde beobachten müssen, wie das Unternehmen auf die Vorwürfe reagiere. LGIM müsse sich dazu nicht nur sofort und gegenüber eventuell betroffenen Kunden erklären, sondern gegenüber der gesamten Investment-Community. Das Unternehmen müsse dabei nicht nur erläutern, was passiert sei, sondern auch, wie es dafür sorgen werde, dass es zu solchen Vorfällen nicht mehr komme. (hh)

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