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Mehr als eine Billion Euro steckt mittlerweile in "Zombie"-Fonds

Nur ein kleiner Teil der neu aufgelegten Fonds schafft es, nennenswert Geld bei Anlegern einzuwerben, zeigt eine Analyse. Die blutleeren Fonds erreichen die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit nicht – und sind akut von der Schließung bedroht.

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© Sergey / stock.adobe.com

Dem Großteil neu lancierter Fonds gelingt es nicht, die Schwelle von 100 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen zu überschreiten. Dies zeigt eine Auswertung des auf den Asset-Management-Markt spezialisierten Analysehauses Broadridge. Demnach gelingt es zwei Dritteln der Fonds nicht, auf Sicht von fünf Jahren diese Marke zu nehmen. Dies entspricht einem Vermögen von 1,2 Billionen Euro, das weltweit in solchen blutleeren Fonds dahinvegetiert, berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times".

Erreichen Publikumsfonds nicht ein gewisses Volumen, sind sie nicht wirtschaftlich zu betreiben – und von der Einstellung bedroht. Allerdings variiert die Grenze, ab wann ein Vehikel lohnend zu betreiben ist. Broadrigde orientierte sich für die 100-Millionen-Euro-Schwelle an den Aussagen von Anbietern, berichtet Studienautor Chris Chancellor auf Anfrage der Redaktion. Kleinere Fondsgesellschaften können durchaus auch mit Produkten Geld verdienen, die weniger auf die Waage bringen. Die größeren Anbieter wollen diese Marke aber meist überschritten sehen, um eine Neuauflage als Erfolg zu werten.

Fehlerquote gehört zum Geschäft
Broadridge-Experte Chancellor wirft angesichts des nur mäßigen Erfolgs der Neuauflagen die Frage auf, ob die Fondskonstrukteure allzu häufig am Bedarf vorbei und ohne Rat von Vertrieb und Marketing neue Strategien entwickeln. Als Gegenargument führt der Studienautor wiederum an, dass das Investmentumfeld sehr wechselhaft ist. Die Anbieter müssen daher eine ganze Bandbreite an Ansätzen im Sortiment führen. Nur dann sind sie gut aufgestellt, um die an den Kapitalmärkten denkbaren Szenarien abdecken zu können. "Eine gewisse Fehlerquote gehört für die Produktentwickler daher dazu", meint Chancellor.

Beim Blick auf das insgesamt verwaltete Vermögen dominieren allerdings die Verkaufsschlager. Der Broadridge-Analyse zufolge liegen in Europa 50 Prozent der Assets in Fonds, die eine Milliarde Euro oder mehr auf die Waage bringen, in den USA sind es sogar 91 Prozent. Lediglich in der Asien-Pazifik-Region entfällt weniger als die Hälfte des insgesamt verwalteten Vermögens auf die Dickschiffe. (ert)

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