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Medien: Insider bei Union Investment hatte Komplizen

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen einen Ex-Fondsmanager von Union Investment Anklage wegen Insiderhandel erhoben. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass wohl auch ein früherer Mitarbeiter von Hauck & Aufhäuser Transaktionen auf Basis des Insiderwissens tätigte, so das "Handelsblatt".

Symbolfoto
© Oleg / stock.adobe.com

Der im Spätsommer 2020 publik gewordene Skandal um einen ehemaligen Fondsmanager von Union Investment hat wohl größere Dimensionen als bisher bekannt. Neben dem mittlerweile entlassenen Portfoliolenker war offensichtlich auch ein langjähriger Manager der Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) in den mutmaßlichen Insiderhandel mit eigenem, privatem Geld verwickelt. Der Beschuldigte gehörte zum Investmentbanking-Team der Bank, wie das "Handelsblatt" berichtet. Gegen beide Finanzprofis existiert der Wirtschaftszeitung zufolge eine von der Staatsanwaltschaft Frankfurt verfasste Anklageschrift, die den Tatvorwurf des Insiderhandels beinhaltet. 

Das Landgericht Frankfurt bestätigte dem Handelsblatt nach eigenen Angaben den Eingang der Anklageschrift bei der 29. Strafkammer. Zudem äußerte sich das Gericht auch zu den Summen, um die es bei den privaten Transaktionen ging: "Einer der Angeschuldigten hat Transaktionen in einem Volumen von 45 Millionen Euro getätigt und dabei einen Gewinn von rund acht Millionen Euro erzielt. Beim zweiten Angeschuldigten waren es Deals von drei Millionen Euro und 300.000 Euro Gewinn", zitiert die Zeitung einen Gerichtssprecher. Sollte die Klage zugelassen werden, wolle das Landgericht nach den Sommerferien mit der Hauptverhandlung beginnen.

Finanzaufsicht war alarmiert
Der Fall kam Ende August 2020 ins Rollen, nachdem die Finanzaufsicht Bafin Anzeige bei den Frankfurter Ermittlungsbehörden erstattet hatte. Union Investment hatte den betreffenden Mitarbeiter daraufhin freigestellt. Ihm wird vorgeworfen, über Monate hinweg auf privaten Depots außerhalb der Systeme des Unternehmens illegale Insidergeschäfte abgewickelt "und sich so in erheblichem Maße unrechtmäßig bereichert zu haben", wie der Asset Manager der genossenschaftlichen Finanzgruppe damals mitteilte.

Der Fondsmanager hatte offensichtlich über Depots bei mehreren Fremdbanken auf eigene Rechnung in großem Stil mit Aktien gehandelt. Die Geschäfte waren so auffällig, dass die Institute die Transaktionen bei der Finanzaufsicht Bafin anzeigten. Nachdem die Behörde die Staatsanwaltschaft informiert hatte, durchsuchten die Ermittler dann Büroräume in der Union-Investment-Zentrale und private Räumlichkeiten des Beschuldigten. Er kam in Untersuchungshaft, ist mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß.

Ein Insider kommt selten alleine
Nach Angaben des Handelsblatts wird aus der Anklageschrift nun deutlich, dass der ehemalige Union-Investment-Portfoliomanager sein "Besserwissen" nicht nur für sich alleine nutzte. Er teilte seine Insiderinfos über "bevorstehende und kurserhebliche Transaktionen" offensichtlich mit dem H&A-Investmentbanker. Dieser soll sie dem Bericht zufolge "für eigene Wertpapiergeschäfte" genutzt haben, die er offenbar ebenfalls privat tätigte. Der mutmaßliche Komplize, der mittlerweile nicht mehr für H&A tätig ist, saß laut Angaben der Wirtschaftszeitung vorübergehend in Untersuchungshaft.

Der Anwalt des Bankers wie auch der Verteidiger des früheren Union-Investment-Fondsmanagers haben die Anklage und die gegen sie erhobenen Vorwürfe gegenüber der Zeitung nicht kommentiert. Eine Sprecherin von Hauck & Aufhäuser teilte auf Nachfrage mit, dass die Bank sich grundsätzlich nicht zu aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern äußere. Sie betont aber, dass es in dem Fall um eine rein private Angelegenheit gehe, "bei der weder Depots, Kontakte, Informationen oder Systeme der Bank genutzt wurden". (jb)

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