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Massiver BIP-Einbrüche im zweiten Quartal fallen unterschiedlich aus

Das italienische Bruttoinlandsprodukt (BIP) fällt im zweiten Quartal 2020 um 12,4 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres. Das ist zwar mehr als in Deutschland, aber überraschenderweise weniger als in Frankreich oder Österreich.

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© picsfive / stock.adobe.com

Das italienische Bruttoinlandsprodukt fällt in Rekordgeschwindigkeit, allerdings weniger stark als erwartet worden war. Der bereits deutliche Rückgang im ersten Quartal hat bereits einiges vorweggenommen. Dennoch gilt: Das ohnehin nur dürftige Wachstum der vergangenen Jahre wurde mit dem ersten Halbjahr 2020 auf einen Schlag vernichtet. Die Corona-Pandemie setzt Italien massiv zu. "Das Land war vom Virus so stark betroffen, dass es ohne europäische Solidarität zunächst nicht geht. Der EU-Wiederaufbaufonds setzt hierbei an der richtigen Stelle an", sagt Dr. Thomas Gitzel (Bild), Chefökonom der VP Bank Gruppe.  

Auch aus Frankreich und Spanien kamen am Morgen bereits Hiobsbotschaften
Das BIP der Grande Nation fiel im zweiten Quartal um 13,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Damit liegt Frankreich bei den Wachstumsverlusten im ersten Halbjahr 2020 sogar hinter Italien. Deutschland sah mit eine Rückgang von 10,1 Prozent vergleichsweise etwas besser aus. Schlimmer hatte es Österreich mit einer Schrumpfung um 12,8 Pozent erwischt.  Die rote Laterne trägt Spanien mit erschütternden minus 18,5 Prozent.  Das Bruttoinlandsprodukt der USA ging im zweiten Quartal um 32,9 Prozent - auf das Jahr hochgerechnet - zurück. Auf Basis der europäischen Berechnungsmethodik entspricht dies allerdings einem Vergleichswert von "lediglich" minus 9,5 Prozent, womit die USA noch relativ am besten unter den genanntn Staaten abschnitt. Die wirtschaftliche Leistung in der Eurozone insgesamt ist im zweiten Quartal um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingebrochen.

Entscheidender Unterschied zwischen Italien und Frankreich
Während Frankreich in den vergangenen Jahren Reformen am Arbeitsmarkt umsetzte, blieb Italien weiter zurück. Ablesbar ist dies an den Wachstumszahlen. Frankreich verbuchte im Jahr 2019 einen BIP-Zuwachs von 1,5 Prozent, Italien blickt hingegen nur auf einen dürftigen Zuwachs von 0,3 Prozent, weiß Gitzel zu berichten.

Schlussfolgerungen
"Man muss nun kein Ökonom sein, um die Frage zu beantworten, welches der beiden Länder - Itaien oder Frankreich besser aus der Krise kommt. Das französische Wachstumspotentzial sieht längerfristig wesentlich besser aus als das italienische. Die italienische Regierung muss ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Vordermann bringen. Dazu bedarf es Strukturreformen. Europäische Solidarität darf keine Einbahnstrasse sein. Die EU unterstützt Italien großzügig. Italien ist nun aufgefordert, dies mit entsprechenden Reformen zu erwidern. Die Überlebensfähigkeit der gesamten Eurozone hängt maßgeblich von der römischen Regierung ab", so Gitzel. (kb)

 

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