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Marc Faber wittert "idiotische Ökonomen und Deppen in den Notenbanken"

Marc Faber als renommierter Crash-Prophet macht seinem Namen wieder alle Ehre. Der zuletzt wegen politisch unkorrekter Äußerungen nicht mehr wohl gelittene Herausgeber des Gloom, Boom & Doom Reports lässt kein gutes Haar an der Notenbankpolitik und sieht uns in den Sozialismus abdriften.

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Investment-Guru Marc Faber
© Bloomberg

Zur aktuellen Krise wurde Marc Faber kürzlich von Marc Friedrich interviewt. Faber sprach  dabei wieder einmal die gigantische Verschuldung an, die weltweit im System steckt. Diese sei in den letzten Jahren schneller als die Wirtschaftsleistung gestiegen und langfristig nicht haltbar.  

Warum es überall gleichzeitig bergab geht
Das sehr viel Leverage im Markt - nicht zuletzt wegen des billigen Geldes der Zentralbanken -  war, erreichten viele Investoren Margin Calls, die letztendlich im Abverkauf von Assets quer Beet resultierten. Die Abverkaufsorgie machte dabei auch vor Krisen-Assets wie Gold nicht halt. Faber erwartet nun eine tiefe weltweite Rezession. 

Idiotische Ökonomen
Von diesen Leuten, die nie auch nur einen Tag im realen Wirtschaftsleben eingebunden waren, habe man seit Jahren nicht anderes gehört, als dass die Weltwirtschaft gesund sei. Auch würden die Notenbanken alles unternehmen, um diesen Zustand zu erhalten. Nun habe ein unerwartetes Ereignis die Anfälligkeit des Systems eindrucksvoll vor Augen geführt und die Reichtumsillusion zerstört. Durch das schrankenlose Gelddrucken sei die Inflation der Vermögenspreise angetrieben worden.

Immobilien sind kein Versteck
Nun komme alles unter die Räder, nicht nur Aktien, Anleihen und Gold, sondern auch Immobilien, Kunst, Oldtimer und andere Anlagealternativen. Faber verwies auf Hotels und Hongkong, die derzeit nur zu zehn Prozent ausgelastet seien, und auf den großen Rückgang im Tourismus, der auch Thailand, wohin er sich zurückgezogen habe, betreffe. Der Trend zur Home-Office-Arbeit werde die Büro- und Handelsimmobilien-Preise kräftig unter Druck bringen. Hier sei ebenfalls viel Leverage im Spiel. Niemand gehe derzeit in die Innenstädte, um dort etwas zu konsumieren. 

Wie geht es weiter?
Die US-Aktienmärkte könnten laut Faber noch einmal um ein Viertel fallen, auch wenn die Situation aktuell eine überverkaufte sei. Auch eine Erholungsphase sei möglich, bevor es weiter südwärts gehe. Zudem seien wir schon ein einer Rezession. Regierung und Wall Street würden sich darin üben, die aktuelle Lage durch eine rosa Brille zu sehen und nicht die Wahrheit sagen, wie es um die Wirtschaft wirklich bestellt sei. Das, was wir bisher gesehen hätten, sei jedoch nur die "Vorspeise" dessen, was noch auf uns zukomme, wie Faber es formulierte. 

In der Erholung Risiko abbauen, Sozialismus droht
In der wohl bevorstehenden kurzfristigen Erholungsphase sollten Investoren Aktien abbauen. Alle würden jetzt Geld in dieser Krise verlieren, er, Faber, eingeschlossen. Jetzt gehe es darum, möglichst wenig zu verlieren und nicht Bankrott zu machen. Überhaupt seien die Aussichten nicht rosig, denn die junge Generation - inklusive seiner eigenen Kinder - stehe weit links, weil ihre Zukunftschancen ungünstig seien und sich die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert habe. Faber kann sich immer mehr staatliche Interventionen bis zu Verstaatlichungen etwa der deutschen Großbanken vorstellen. Am Ende drohe gar der Sozialismus, so das Schweizer Urgestein. (kb) 

 

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