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Leoni-Großaktionär Stefan Pierer heizt dem Management ordentlich ein

Der mittlerweile größte Aktionär der angeschlagenen Leoni AG, Dr. Stefan Pierer, fordert vom Vorstand des Automobilzulieferers mehr Tempo beim Umbau. Der erfolgreiche Sanierer hat bereits gezeigt, wie man Firmen (KTM, Husqvarna, SHW) wieder flott macht. Gelingt es ihm nun ein weiteres Mal?

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Dr. Stefan Pierer, CEO der Pierer Mobility AG
© Pierer Mobility AG

Die Leoni-Aktien kletterten am Dienstag um bis zu 13 Prozent, nachdem Dr. Stefan Pierers Pierer Industrie am Vorabend eine Aufstockung ihrer Beteiligung auf 15 Prozent bekannt gegeben hatte. “Der Vorstand beginnt richtigerweise, die Teile, die nicht zum Kerngeschäft gehören, in einen professionellen M&A-Prozess zu überführen,” sagte Pierer im Interview mit Bloomberg. “Die Industriekabelsparte ist derzeit in Ausschreibung. Leoni ist riesengroß geworden und zu wenig fokussiert. Da sind viele Teile, die man in der Zukunft nicht braucht und die vielleicht andere besser benötigen. So kann man eine verkleinerte, schlagkräftige Unternehmung formen.”

Leoni schreibt seit zwei Jahren hohe Verluste
Man hatte erfolglos versucht, die Kabelsparte WCS als Ganzes zu verkaufen. Stattdessen sollen nun einzelne Teile veräußert werden. Derweil stellen die Elektrifizierung des Antriebs und die Digitalisierung die Automobilbranche auf den Kopf und das Abflauen der Pandemie dürfte der Branche absehbar wieder Rückenwind verschaffen, woraus sich für Leonis Geschäft mit Bordnetzen große Chancen ergeben.

Da geht wohl noch mehr
Die bislang vom Vorstandsteam um Aldo Kamper zur Disposition gestellten Bereiche machten etwa ein Drittel des Geschäftes aus, so Pierer, der sich nicht festlegen wollte, ob das ausreichen wird. Grundsätzlich unterstütze er die Strategie von Kamper, auch wenn möglicherweise nachgeschärft werden müsse, so der Unternehmer.

Von zehn auf fünfzehn Prozent: mehr Einfluss
Anders als im März, als Pierer nach Aufstockung seines Anteils auf zehn Prozent klar gesagt hatte, er werde womöglich nachlegen, ist der Anteil nun in einer Größenordnung, “wo man sicher mit dem Vorstand konstruktive Dinge bewegen kann. Da müssen sie nicht viel mehr haben. Nach dieser Phase schauen wir weiter, wie‘s ist.” Pierer-Vorstand Klaus Rinnerberger soll derweil in den Aufsichtsrat der Leoni einziehen.

Doppeltes Risiko, doppelte Chance in der Krise
Autozulieferer wie Leoni könnten laut Pierer von einem “extremen Aufschwung” profitieren durch Nachholeffekte, wenn die Pandemie abflaut sowie durch die Themen Vernetzung und Digitalisierung von Fahrzeugen. Zwar sei es schwieriger, in schwierigen Zeiten zu restrukturieren, aber die Situation biete auch “doppelte Chancen” für Leoni. (kb)

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