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LBBW zur FED-Sitzung: Zentralbank feuert weiterhin aus allen Rohren

Auf der jüngsten Fed-Sitzung wurde beschlossen, die Leitzinsen weiterhin auf niedrigem Niveau zu halten und das Quantitative Easing fortzusetzen. "Fed-Watchers" hätten sich aber bei manchen Punkten etwas mehr Details erhofft, vor allem, was die zeitliche Dauer anbelangt.

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© Bloomberg

Auch wenn der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) die meisten Erwartungen der Marktteilnehmer auf ihrer letzten Sitzung erfüllt hat, sind noch weitere Fragen offen. So wurde  bei der Sitzung am 28./29. April im Rahmen der einhelligen Erwartung aller von Bloomberg befragten Bankvolkswirte gemäß beschlossen, das Zielband für den Tagesgeldsatz bei 0,00 - 0,25 Prozent zu belassen. Der Einlagesatz für Überschussreserven blieb mit 0,10 Prozent gleichfalls unangetastet. Die Entscheidung für die genannten Schritte fiel einstimmig. Darüber berichtet Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst beim LBBW-Research in einer aktuellen Analyse.

Die US-Währungshüter bekannten sich dazu, das gesamte Arsenal der verfügbaren geldpolitischen Instrumente einzusetzen, um die US-Wirtschaft in der aktuellen Krisensituation zu unterstützen und auf diesem Wege ihre Ziele von Vollbeschäftigung und Preisstabilität zu verfolgen.

In ihrer Lagebeurteilung beschränkte sich die Fed auf eine summarische Beschreibung der massiven Folgen der Coronakrise für die USA, die Völker wie folgt aufzählt: Massive Belastungen für wirtschaftliche Aktivität, Arbeitsmarkt und die Inflationsentwicklung über den kurzen Horizont sowie beträchtliche mittelfristige Risiken.

Bis auf weiteres wird die Fed zudem US-Staatstitel und hypothekenbesicherte Wertpapiere in einem Umfang erwerben, welcher ausreichend ist, um den Kreditfluss an Wirtschaft und Haushalte zu unterstützen sowie die Finanzmärkte flüssig zu halten. Zu letztgenanntem Zweck werden zudem weiterhin Repogeschäfte, sowohl mit eintägiger als auch längerer Laufzeit, angeboten.

Fed-Chef Powell betonte in der anschließenden Pressekonferenz die Notwendigkeit von „kraftvollem und aggressivem“ Handeln. Sowohl die Notenbank als auch der US-Kongress werde laut Völker wahrscheinlich noch mehr tun müssen als bisher, um die Wirtschaft zu unterstützen.

Warten auf genauere Forward Guidance
Die Zinsentscheidung von Mittwoch, und hier insbesondere der Hinweis der Fed auf enorme mittelfristige Risiken für die US-Konjunktur, habe Völker zufolge unterstrichen, dass man sich in den USA angesichts der Zuspitzung der Coronakrise auf eine weitere lange Nullzinsphase einstellen sollte, nachdem das Leitzinszielband bereits nach der Finanzkrise für sieben Jahre durchgehend bei 0 – 0,25 Prozent gelegen hatte.

Zudem dürfte die Fed die Finanzmärkte und die US-Wirtschaft auf absehbare Zeit in großem
Stil mit ihren Anleihekäufen „flüssig“ halten und auf diesem Wege faktisch zugleich die gewaltigen fiskalpolitischen Rettungspakete der US-Regierung mit der Notenpresse finanzieren helfen. Das wöchentliche Volumen der Staatsanleihekäufe hat sich zuletzt zwar von zeitweise mehr als 300 Milliarden auf knapp 150 Milliarden US-Dollar verringert. Gleichwohl könnte sich die Bilanzsumme der Fed in den kommenden zwölf bis 18 Monaten laut Einschätzung Völkers von derzeit rund 6,5 Billionen auf zehn Billionen US-Dollar oder mehr aufblähen.

Hoffnung auf Juni-Sitzung
Konkretere Hinweise darüber, welche Zeiträume bzw. Anleihevolumina die Währungshüter selbst dabei ins Auge fassen, könnte Völkers Einschätzung die nächste FOMC-Sitzung im Juni liefern.

Ob die Phase der ultra-lockeren Geldpolitik ebenso lange oder sogar noch länger als nach der Finanzkrise anhalten könnte, hänge in erster Linie davon ab, wie schnell die extremen Verwerfungen durch die Coronakrise, insbesondere am US-Arbeitsmarkt, beseitigt werden. Für eine Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik müsste überdies auch die US-Inflation spürbar und für einige Zeit auf Niveaus oberhalb des Fed-Ziels von zwei Prozent anziehen. (aa)

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