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LBBW: Was könnte auf der baldigen EZB-Sitzung beschlossen werden?

Bei der bevorstehenden EZB-Sitzung in der litauischen Hauptstadt Vilnius könnten wichtige Weichenstellungen für die zukünftige Geldpolitik besprochen und vielleicht auch gestellt werden. Die LBBW erwartet sich beispielsweise mehr Informationen zu den neuen TLTRO-III.

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Mario Draghi reist demnächst nach Vilnius.
 
© Jasper Juinen / Bloomberg

Die nächste EZB-Sitzung könnte spannend werden. Das liegt aber weniger an der Location in der litauischen Hauptstadt Vilnius, wo noch nie eine EZB-Sitzung stattfand, sondern an den bevorstehenden Diskussionen der EZB-Granden. Was Marktteilnehmer erwarten können, analysiert das Research der LBBW in einer aktuellen Kurzanalyse.

Neue Langfristtender werfen Schatten voraus
Das Interesse der Märkte dürfte laut LBBW vor allem auf mögliche Einzelheiten für die dritte Serie der gezielten Langfristtender (TLTRO-III) gerichtet sein. Ab September 2019 sollen die Tender abgewickelt werden.

Ursprünglich war erwartet worden, dass sie zu schlechteren Konditionen als die derzeit ausstehenden Tender der zweiten Serie angeboten werden. Allerdings könnte der EZB-Rat noch einmal „nachbessern“, da sich seither der Konjunkturausblick eingetrübt hat. Die Erwartung der Märkte berücksichtigt seit Mitte Mai sogar wieder eine Lockerung der Geldpolitik im September 2019.

Laut LBBW anders gesagt: Die Liquiditätsspritze dürfte nach Ansicht der Märkte so ausgestaltet sein, dass die Geldmarktsätze weiter nachgeben werden (vgl. Chart).

Damit dürften die Konditionen ähnlich ausfallen wie beim Vorgänger, sprich mit zumindest einer teilweisen Absicherung gegen steigende Leitzinsen und einer Prämie für eine steigende Kreditvergabe der Banken an Nichtbanken.

Zinserleichterung für Banken?
Etwas stiller geworden sei es laut Einschätzung der LBBW jüngst um die Frage einer Zinserleichterung für Banken, die (teils hohe) Einlagen bei der EZB zu Negativzinsen unterhalten. Allerdings dürfte sich die EZB eine solche Maßnahme weiter vorbehalten, um ggf. die Banken von den Kosten der Liquiditätshaltung zu entlasten.

Zinsen bleiben niedrig
Die Ecksteine „Foreward Guidance“ und erst recht die Leitzinsen selbst dürften der LBBW zufolge in Vilnius dagegen nicht angetastet werden. Das "Introductory Statement" der EZB  dürfte wiederholen, dass die Leitzinsen bis mindestens Ende 2019 unverändert bleiben und auf jeden Fall so lange, wie notwendig, um die angestrebte Konvergenz der Inflation zu erreichen.

Damit würde der EZB-Rat die volle Flexibilität über das Ende der Amtszeit von Mario Draghi hinaus behalten, kommentiert die LBBW abschließend. (aa)

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