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LBBW: Chinas „Doping“ ist kurzfristig hilfreich, hat aber seinen Preis

China will ein hohes Wirtschaftswachstum erzielen und setzt dafür auf verschiedenste Stimuli. Diese führen zwar zum Ziel, langfristig wird China jedoch um eine Konsolidierung nicht herumkommen. Die jüngsten BIP-Zahlen für das zweite Quartal würden andere Länder trotzdem gerne aufweisen.

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© Björn Wylezich / stock.adobe.com

Auch wenn Chinas BIP-Wachstum im zweiten Quartal auf Jahresbasis etwas zurückging, lassen sich diese Zahlen im internationalen Vergleich trotzdem sehen. Das BIP wuchs auf Jahresbasis im zweiten Quartal um 6,2 Prozent im Vergleich zu 6,4 Prozent im Vorjahr. Darüber berichtet die LBBW in einer aktuellen Analyse.

Die meisten der von Bloomberg befragten Bankenvolkswirte gingen davon aus, dass sich der Handelsstreit in den Daten zum zweiten Quartal leicht negativ bemerkbar machen würde, die zahlreichen Stützungsmaßnahmen der Regierung und der Notenbank aber einem Einbruch der konjunkturellen Dynamik entgegen stehen würden.

„Genau so kam es dann auch. Immerhin beschleunigte sich das BIP-Wachstum im Reich der Mitte auf Quartalsbasis ein wenig, und zwar von 1,4 Prozent auf 1,6 Prozent“, schreibt die LBBW.

Die Finanzmärkte reagierten laut den Schwaben kaum auf die Daten. Das Währungspaar USD/CNY notierte zuletzt marginal leichter bei 6,87.

Unsicherheit belastet weiterhin das Wachstum
Nach Ansicht der LBBW habe die chinesische Wirtschaft hat ihren Trend zu moderateren Wachstumsraten erwartungsgemäß fortgesetzt. Dies dürfte auch so bleiben. Denn im Handelsstreit habe der G20-Gipfel von Osaka zwar für eine gewisse Erleichterung gesorgt, von einer Lösung seien wir aber noch ziemlich weit entfernt. Die latente Verunsicherung von Konsumenten und Unternehmen dürfte daher anhalten, und so geht die LBBW nicht davon aus, dass sich die Wachstumsraten des chinesischen BIP im Jahresverlauf tendenziell wieder erhöhen werden.

Die Investitionen der privaten Unternehmen haben in den vergangenen Monaten eher nachgelassen, was die chinesische Regierung nur durch die Lockerung von - eigentlich notwendigen - Restriktionen für die teils hoch verschuldeten Staatsunternehmen kompensieren konnte.

Kontraproduktive Maßnahmen - Überkapazitäten und Schulden belasten
Solche Maßnahmen halten zwar die offiziellen Wachstumswerte des BIP hoch, seien laut LBBW aber eher kontraproduktiv bei der Lösung des drängenden Problems der Überkapazitäten und der Unternehmensverschuldung. Wie dem auch sei: Positiv zu vermerken sei der Anstieg beim Wachstum der Industrieproduktion im Juni von 5,2 Prozent (Y-Y) auf 6,3 Prozent.

Die "künstliche" Aufrechterhaltung hoher BIP-Wachstumswerte habe nach Ansicht der LBBW aber ihren Preis, der früher oder später in Form verstärkter Konsolidierungsanstrengungen bezahlt werden muss. Einem Einbruch der chinesischen Konjunktur wird sich die Regierung nach Einschätzung der LBBW vorerst aber weiterhin mit allen Mitteln entgegen stellen. (aa)

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