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LBBW: Aus Rückenwind wurde Gegenwind bei Aktien

Aktien dürften die Talsohle noch nicht erreicht haben, findet Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW. Er führt überzeugende Gründe ins Treffen, warum man sich mit Käufen noch zurückhalten sollte.

Kraemer-Moritz_(c) Mila Pairan_LBBW
Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW
© Mila Pairan für LBBW

Ob Aktien steigen oder fallen hat nicht nur eine, sondern mehrere Ursachen. Das LBBW-Aktienbewertungsmodell stellt auf drei zentrale Faktoren ab, die den Verlauf des Marktes erfolgreich beschreiben.

Drei Aktienbewertungsfaktoren
1. Unternehmensgewinne. Die Profitabilität der gehandelten Unternehmen ist selbstverständlich ein zentraler Faktor bei der Bestimmung des „Fair Value“ einer Aktie.
2. Relative Attraktivität von Aktien gegenüber Staatsanleihen. Schließlich steht es den Anlegern jederzeit frei, sich für die aus ihrer Sicht günstigere Anlagekategorie zu entscheiden.
3. Liquiditätsausstattung, die nicht zuletzt auch die Nachfrage nach Wertpapieren wesentlich beeinflusst.

Für jeden der drei genannten Faktoren ermittelt LBBW Reseaerch ein „neutrales“
Indexniveau, das mit dem tatsächlichen Indexwert verglichen wird. Bis zur Finanzkrise 2008 stimmten die drei Faktoren bei der Ermittlung des „angemessenen“ Preisniveaus für Aktien weitgehend überein (siehe Grafik).

S&P 500 Aktienindex: Bewertungsfaktoren

Quelle: Refinitiv, LBBW Research

Die Niedrigstzinsen spielten Aktien lange Zeit in die Karten
Als die Notenbanken auf eine ultra-lockere Geldpolitik umschwenkten, rauschten die Anleiherenditen immer tiefer in den Keller, was die relative Attraktivität von Aktien massiv verbesserte (abgebildet durch die gelbe Linie). Die großzügige Liquiditätsversorgung (grüne Linie) sowie die robusten Unternehmensgewinne (blaue Linie) unterstützten anfänglich zudem.
Mit Ausbruch der Corona-Pandemie brachen die Kurse massiv ein. Die Unternehmensgewinne litten empfindlich unter den flächendeckenden Lockdowns (blaue Linie). Aber nur kurze Zeit
später schossen die Aktienkurse wieder nach oben. Warum? Die relative Attraktivität der Aktien stieg in Folge des beschleunigten Verfalls der Anleiherenditen rasant an (gelbe Linie). Und mit der beispiellosen Ausweitung der Geldmenge durch die Notenbanken entstand zudem eine immense Überschussliquidität, die nach Anlagemöglichkeiten suchte (grüne Linie).

2022: Annus horribilis für Aktien
Die Kombination aus massiven staatlichen Stützungsprogrammen, angespannter Lieferketten und steigender Energie- und Rohstoffpreise ließen die Inflation von der Leine. Die  Notenbanken geraten unter erheblichen Zugzwang und die Zinsen, vor allem am langen Ende, schnellten nach oben. Die relative Attraktivität brach ein (gelbe Linie). Aber auch die Liquiditätsversorgung befindet sich nun im Rückwärtsgang (grüne Linie). So wurde aus dem Rückenwind der letzten zehn Jahre plötzlich ein stürmischer Gegenwind für Aktien. 

Die Bodenbildung ist vermutlich noch nicht (ganz) erreicht
Mit der rapide nachlassenden Konjunkturdynamik dürften sich demnächst auch die Aussichten für Unternehmensgewinne (blaue Linie) eintrüben. Dann würde auch der letzte Faktor noch
nachgeben, der bislang den Aktienmarkt noch stützte. Dr. Moritz Kraemer dazu: "In dieser Gemengelage gab der US-amerikanische S&P 500 – für den wir unser Modell entwickelt haben – seit Jahresbeginn bereits um mehr als 20 Prozent nach. Multipliziert man die beschriebenen
Fair-Values der drei Modellteilkriterien mit ihren historisch optimalen Gewichten, ergibt sich ein Korridor, in dem sich der US-Leitindex typischerweise bewegt. Dessen untere Begrenzung
verläuft derzeit bei rund 3.350 Indexpunkten und ließe daher noch Raum für weiter sinkende Kurse." (kb)

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