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Kristina Hooper, Invesco: Trump leidet an Kontrollillusion

Die aktuelle Handelspolitik der USA ist ein Paradebeispiel für Selbstüberschätzung, sagt Invesco-Expertin Kristina Hooper. Für China gebe es keine guten Gründe, Zugeständnisse zu machen.

Kristina Hooper
Kristina Hooper, Invesco: "Die protektionistischen  Handlungen eines Landes können eine Kettenreaktion anstoßen, die das gesamte Ökosystem des Freihandels durcheinanderbringt."
© Invesco

Die US-Wirtschaft ist die größte Volkswirtschaft der Welt. Entsprechend selbstbewusst präsentiert sich die Regierung um US-Präsident Donald Trump in der Handelspolitik. Dabei unterliegt sie jedoch einer "Kontrollillusion", mahnt Kristina Hooper, Anlagestrategin bei Invesco: "Trump ist offensichtlich überzeugt, die Handelssituation aufgrund der schieren Größe und des Einflusses der USA kontrollieren zu können", sagt sie. Für Hooper ist das ein gefährlicher Trugschluss.

Denn der globale Freihandel ist ein filigranes, nahezu fragiles Geflecht wechselseitiger Beziehungen zwischen Volkswirtschaften. Kein Staat kann den Handel allein kontrollieren, doch der Versuch kann verheerende Wirkung auf die Wirtschaft haben. "Die protektionistischen  Handlungen eines Landes können eine Kettenreaktion anstoßen, die das gesamte Ökosystem des Freihandels durcheinanderbringt", sagt Hooper. Genau das sei derzeit zu beobachten. "Der neue wirtschaftliche Nationalismus der USA hat zu noch mehr wirtschaftlichem Nationalismus geführt", sagt die Expertin. Beispielsweise befinden sich Südkorea und Japan bereits mitten in einem handfesten Handelskonflikt, der sich weiter verschärft.

Der Druck steigt
Hooper ist überzeugt, dass es für China keine guten Gründe gibt, bedeutende Zugeständnisse im Handelsstreit mit den USA zu machen. Der Konflikt würde allein deshalb andauern, weil das Ergebnis für die USA so wünschenswert ist – ein Großteil der Amerikaner sehnt sich nach günstigeren Handelskonditionen.

Unterdessen schlagen sich die negativen Folgen des Konflikts bereits in der US-Wirtschaft nieder. Die US-Farmer stehen unter Druck, seitdem China keine amerikanischen Agrarprodukte mehr kauft. Auch in anderen Branchen ist die Unsicherheit hoch. Sie schlägt sich bereits auf das Geschäftsklima und die Unternehmensinvestitionen, sagt Hooper. (fp)

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