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Krise voraus? Asiaten verkaufen bereits, während der Westen schläft

Laut der von Quant.Capital verzeichneten Risikowahrnehmung regt sich in Asien Unruhe, während die Investoren in Europa und USA schlafen, eingelullt von einer üppigen Geldversorgung der Zentralbanken.

Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management
Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management
© Quant.Capital Management GmbH

Institutionelle Investoren in Deutschland sollten genauer hinsehen: Denn die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran werde an den Märkten weltweit höchst unterschiedlich wahrgenommen. Während die asiatischen Märkte empfindlich reagieren und höhere Risiken signalisieren, schlafen die Investoren in den USA und in Europa weiter. „Hier verhallt der Weckruf ungehört“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management aus Düsseldorf.

Nachdem die USA im Irak einen hochrangigen Militär aus dem Iran getötet hatten, reagierten die Märkte kurzfristig stark. Die Aktienkurse fielen, Öl- und Goldpreis legten zu. Diese erste Reaktion verschob sich dann aber: Mit ein paar Tagen Abstand zeigen die Heatmaps des Quant.Risk Trackers starke Ausschläge (dunkelrot) in Asien, Japan und den Emerging Markets. Dagegen ist kein spürbarer Anstieg der Marktrisiken in den USA und Europa zu sehen, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Frühwarnsysteme springen an
„Die fernöstlichen Märkte reagieren sensibler auf Krisen und haben sich in der Vergangenheit bereits häufig als Frühwarnsysteme erwiesen“, sagt Mlinaric. „Jetzt sind die Ausschläge so deutlich, dass die Ruhe in Europa und den USA nicht mehr wie souveräne Gelassenheit, sondern eher wie das bewusste Negieren geopolitischer Risiken erscheint.“

Dazu komme, dass es an den Märkten ausreicht, wenn ein großer Markt in den Panikmodus gerät. „Oft geht die Ansteckung von einem Infektionsherd aus und befällt dann auch die anderen Märkte“, sagt Mlinaric.

Sollte also etwa der japanische Markt vollends in den Krisenmodus kippen, könnte das alle Märkte weltweit betreffen. Genauso könnte der Auslöser aber auch bei einem der anderen asiatischen Märkte liegen. „Interessant ist, dass den derzeit mit Zentralbankgeld gefütterten Märkten offenbar wirklich ein erheblicher Teil des gesunden Risikoempfindens verloren gegangen ist“, sagt Mlinaric. Anders sei die fast vollständige Lethargie kaum zu erklären. Für institutionelle Investoren sei es nun wichtig, die Entwicklung der Marktrisiken in Asien genau im Blick zu behalten. (aa)

 

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