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Kein Blockchain-Geld für Euroraum: Wie sieht der Digitale Euro aus?

Die EZB möchte Mitte Juli über den Start einer Phase des Designs eines Digitalen Euro entscheiden. Sollte sie sich für die Entwicklung eines Digitalen Euro aussprechen, so würden die Details in den kommenden zwei Jahren festgelegt werden. Danach dürfte eine rund dreijährige Testphase folgen.

L&G Digital Payments Ucits ETF (ISIN: IE00BF92J153)
© knssr / stock.adobe.com

Beim Design eines derartigen Digitalen Euro würde versucht werden, die Eigenschaften von Bargeld (Anonymität, Sicherheit, Offline-Zahlungsfähigkeit) in den digitalen Raum zu übersetzen, meint LBBW Research in einer aktuellen Publikation.

Eckpunkte
Der Digitale Euro dürfte von der EZB zusammen mit den Banken und Sparkassen emittiert werden; die Banken dafür die entsprechende Infrastruktur bereitstellen (Apps, digitale Wallets, etc.). Sehr wahrscheinlich würde es (niedrige) Obergrenzen der Kontenhaltung geben. Zinszahlungen wären eher unwahrscheinlich; eine volle Anonymität wäre technisch möglich, aber schwierig zu bewerkstelligen. Eine Herausforderung wäre es technisch auch, eine Offline-Zahlungsfunktion für den Fall zu entwickeln, dass das Internet nicht verfügbar ist oder das Smart Phone mal ausfällt.

Künftig wandern wohl einige Bankeinlagen zur EZB
Zwar möchte die EZB nicht den Geschäftsbankensektor beschädigen, Schätzungen zufolge könnte aber durch die Einführung eines Digitalen Euro ein Teil der Einlagen von den Banken hin zur EZB wandern, sofern keine Obergrenze für das Digitale-Euro-Konto eingeführt würde. Dies veränderte den Finanzierungsmix der Banken.

Auf Blockchain-Basis wohl erst später
Ein Digitaler Euro auf Blockchain- bzw. DLT-Basis für den Interbankenmarkt würde es wohl erst später geben, auch wenn Experimente der EZB gezeigt haben, dass eine derartige Wholesale-CBDC (CBDC - Central Bank Digital Currency) den Interbankenhandel kostengünstiger werden lassen könnte.

Ob die Entwicklung eines Digitalen Euro wirklich eine gute Idee oder lediglich eine Notwendigkeit zur Sicherung der monetären Souveränität des Euroraums wäre, müsste die Geschichte zeigen. Gleichzeitig wäre ein Digitaler Euro vielleicht auch quasi eine Lösung auf der Suche nach einem Problem, denn es gibt schon heute jede Menge gut funktionierender digitaler Zahlungsverkehrsmöglichkeiten.

Wahrscheinlich ist ein Digitaler Euro alternativlos
Die Bürger des Euroraums könnten ohne ihn von privatwirtschaftlichen Angeboten digitaler Währungen abhängig werden, deren Anbieter weniger sorgfältig mit ihren Daten umgehen würden als die EZB und die traditionellen Finanzinstitute. Vor zwanzig Jahren war die Konstruktion des Euro schon ein sehr schwieriges Unterfangen. Es wäre ähnlich schwierig, seine digitale Verlängerung zu schaffen. Die technischen Herausforderungen sind nämlich hoch und die Nebenwirkungen eines schlechten Designs oder einer schlechten digitalen Infrastruktur könnten riesig sein.

Eine Frage des Designs
Bei einem gutem Design des Digitalen Euro wäre seine Einführung im Sinne eines effizienten Zahlungsverkehrs im Zuge der Digitalisierung der Volkswirtschaft und der Sicherung der monetären Souveränität des Euroraums zu begrüßen, ist sich das Research der Landesbank Baden-Württemberg sicher. (kb)
 

 

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