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Kehrtwende: Amundi übernimmt Researchkosten unter Mifid II

In letzter Minute entschied sich das französische Haus um: Amundi trägt die Kosten für Analysen nun selbst – und bürdet sie nicht den Anlegern auf. Damit hat sich einer der letzten großen Asset Manager in dieser Frage entschieden.

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Amundi-Vorstandschef Yves Perrier
© FONDS professionell

Die Fondsgesellschaft Amundi bezahlt die Rechnung für Research künftig selbst. Damit vollzieht das Haus eine Kehrtwende. Die Franzosen hatten ursprünglich angekündigt, die Kosten für externe Analysen den Fonds und damit den Anlegern aufzubürden. Zahlreiche andere Anbieter hatten sich jedoch entschlossen, die Gebühren in die eigene Gewinn- und-Verlust-Rechnung zu übernehmen (siehe die Tabelle unten).

Mit dem In­kraft­tre­ten der Finanzmarktrichtlinie Mifid II im Januar 2018 müssen Asset Manager die Ausgaben für externe Studien genau aufschlüsseln. Bislang erhielten etwa Fondsgesellschaften Research praktisch umsonst von den Brokern und Investmentbanken – im Austausch für lukrative Handelsaufträge. Diese Praxis war den Regulierern jedoch zu undurchsichtig. Mit dem klaren Kostenausweis wollen sie mehr Transparenz schaffen.

Branche marschiert in eine Richtung
Der Grund für die Umkehr liegt offenbar in der Übernahme von Pioneer Investments. Durch das größere Volumen könne das vereinte Haus bei den Studienanbietern bessere Preise aushandeln. Dies berichtet der britische Finanznachrichtendienst "Financial News" und beruft sich dabei auf Unternehmenskreise.

Amundi ist mit seiner Kehrtwende nicht allein. Auch andere Fondsanbieter wechselten die Seite, nachdem sich in der Branche der Trend abzeichnete, dass die Asset Manager die Kosten selbst tragen. So entschieden sich etwa Union Investment, Schroders, Invesco oder Janus Henderson um.

Am Ende gleicht sich alles aus
Auch die Deka, der Wertpapierdienstleister der deutschen Sparkassen, überlegte noch einmal neu, blieb aber bei ihrem Entschluss. Neben der Deka bleiben nur Carmignac und Fidelity als größere Anbieter, die die Researchkosten den Fonds zuweisen. Diese Fraktion geht davon aus, dass die Gebührenbelastung für Anleger am Ende gleich bleibt. Denn die Kosten für Research fallen zwar erstmals an, dafür sollten aber die Transaktionskosten sinken, da hier die Gebühren für Studien künftig nicht mehr enthalten sind. Fidelity wiederum bettete seine Entscheidung in eine Neufassung seines Gebührenmodells ein. (ert)

So geht die Branche mit Researchkosten um:
Kosten selbst übernehmen:Kosten den Fonds zurechnen:
Amundi*Carmignac
Aberdeen Standard InvestmentsDeka
Allianz Global InvestorsFidelity International
Aviva Investors 
Axa IM 
Bantleon 
Barings 
Bellevue 
Blackrock 
Bluebay 
BNP Paribas* 
Candriam 
Columbia Threadneedle 
Credit Suisse AM 
Deutsche AM 
DJE Kapital 
Ethenea 
First Private IM 
Fisch AM 
Flossbach von Storch 
Franklin Templeton 
GAM 
Goldman Sachs AM 
Hermes 
HSBC Global AM 
Insight Investment 
Invesco** 
Investec 
Janus Henderson* 
JO Hambro 
J.P. Morgan AM 
Jupiter 
Kempen Capital 
Legal & General 
Lyxor 
M&G 
Man Group* 
Meag 
Morgan Stanley IM 
NN Investment Partners 
Nordea AM 
Pimco 
RBC AM 
Robeco 
Russell Investments 
Sauren 
Schroders* 
State Street Global Avisors 
T. Rowe Price 
UBS Global AM 
Unigestion 
Union Investment* 
Vanguard 
Vontobel AM 
  
Auswahl;  * wollte Kosten zunächst den Fonds zurechnen, nun umentschieden; ** ursprünglich war bevorzugter Weg, Kosten den Fonds zuzurechnen
Quelle: FT Research, Anbieter, Redaktion; Stand: 19.12.2017
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