Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Institutioneller Investor sucht Manager für Best-of-Two-Strategie

Ad

Ein Großanleger tätigt über das Mandate-Tool eine Ausschreibung betreffend eine Best-of-Two-Strategie im Bereich Renten und Aktien. Mehr Informationen zum Mandat erhalten nur registrierte User. Mehr erfahren >>

Anzeige
| Regulierung
twitterlinkedInXING

Karel Van Hulle: Droht nach Solvency II nun gar Solvency III?

Umfassenden Neuauflagen von Solvency à la Basel wird es laut dem Karel Van Hulle, Mitglied der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA, nicht geben. Der Brexit könnte sich aber auf einzelne Regulatorien der Kaptalmarktunion auswirken.

Vergrößern
karel_van_hulle_highres_luxundlumen__mg_7833.jpg
Karel van Hulle gibt für weitere Regulations-Tsunamis vorsichtige Entwarnung. Einzelne Themen liegen aber sehr wohl noch auf dem Tisch. Unter anderem die Kapitalvorschriften bei Immobilien-Investments.
© marlene fröhlich / Institutional Money

Karel Van Hulle, Mitglied der Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA, hielt auf dem in Wien abgehaltenen INSURANCE DAY den viel beachteten Vortrag "Kapitalmarktunion: Was liegt noch auf dem Tisch, insbesondere für die Versicherungswirtschaft?". Zwei gute Nachrichten für die Versicherungswirtschaft – zumindest, was die Regulierungsflut betrifft – hatte er dabei mit im Gepäck.

Ein Hauch von Schonzeit
Die erste gute Nachricht: "Es wird kein Solvency III geben", um dann launig-ironisch fortzuführen: "Wir sind ja nicht die Banken." Der Experte, der derzeit auch an der KU Leuven und der Goethe Universität Frankfurt wirkt, begab sich damit in direkten Widerspruch zu anderen Beobachtern, die diverse Neuauflagen, Reformen oder gar weitere Komplikationen à la Basel I – IV fürchten. Eine nach oben offene Solvency-Skala wird es also laut Hulle nicht geben.

Die zweite gute Nachricht ist eine, die sie in anderen Sektoren wohl eher nicht wäre: Stillstand. "Wegen der europäischen Wahlen im Mai 2019 sind keine neuen Vorschläge zu erwarten", erklärt Van Hulle. Versicherungen dürfen sich also über ein wenig Schonzeit bezüglich frischer Regeln  freuen und können sich auf bestehende und mitunter noch in Kraft tretende Vorgaben einstellen – etwa die im Oktober fällig werdende Versicherungsvertriebsrichtlinien IDD.

Mittelfristig müssen Versicherer außerdem noch diverse Entwicklungen im Bereiche Kapitalmarktunion und Solvency abwarten. Beispielsweise die Vorschläge zu europaweiten Versicherungsprodukten, also PEPP – Pan-European Investment Products. Hier sind sich erst im August diverse Lobby-Gruppierungen in die Haare geraten, als es darum ging, ob und wie beispielsweise das Thema Inflation gegenüber Kunden berücksichtigt, beziehungsweise erklärt werden soll. Diskutiert wird unter anderem auch, in wie weit ESG-Aspekte beim Vertrieb von IBIPS, also Insurance Based Products,  einfließen.

Brexit schlägt regulatorische Wellen
An manchen Stellen fließen auch politische Paradigmenwechel von historischer Dimension in die Überlegungen ein – sprich: Der Brexit. "Es könnte unter Umständen zu einer Rekalibrierung der Kapitalanforderungen für Immobilienrisiken kommen", meint Van Hulle. Der Grund: Die bisherigen Regelungen und Quoten basieren auf dem britischen Gewerbeimmobilienmarkt, so Van Hulle. "Warum sollten wir also Rahmenbedingungen eines Staates übernehmen, beziehungsweise fortführen, der nicht Teil der EU ist?", wird laut dem Kapitalmarktexperten in den Brüsseler Gängen und Hinterzimmern mehr oder weniger laut gefragt. (hw)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen