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Kapitalmärkte tappen im Dunkeln vor Lagardes erstem Entscheidungstag

​Ein Blick auf die Research Notes der Analysten verdeutlicht den hohen Grad an Unsicherheit unter Investoren, was sie von der letzten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr - und der ersten von Christine Lagarde - zu erwarten haben.

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“Dieses Treffen läuft nicht auf Autopilot”, sagte Bob Michele (Bild), Chief Investment Officer bei J.P. Morgan Asset Management, auf Bloomberg TV. “Wird Lagarde die Zinsen um weitere 25 Basispunkte senken? Ich glaube schon. Werden die EZB-Ratsmitglieder die Bilanzexpansion von 20 Milliarden Euro auf 40 Milliarden Euro pro Monat verdoppeln? Ich glaube schon.”
© JPM AM

Die Geldmärkte lassen keine klaren Erwartungen für den künftigen Zinskurs erkennen - die Kurse implizieren derzeit lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent für eine erneute Senkung bis September 2020, berichtet Bloomberg News. Die Renditen deutscher Bundesanleihen haben sich in den letzten zwei Monaten weiter um die Mitte ihrer Korridors bewegt, und die implizite Ein-Monats-Volatilität des Euro liegt in der Nähe eines Rekordtiefs.

Lagarde übte bis dato Zurückhaltung
In den fünf Wochen seit ihrem Amtsantritt hat die neue EZB-Präsidentin Lagarde wenig über ihre Ansichten zu geldpolitischen Fragen preisgegeben. Und das zu einer Zeit, in der die Märkte mit einer Reihe globaler Risiken zu kämpfen haben - von einer globalen Wachstumsabkühlung über Handelskonflikte bis hin zum Brexit - und der Spielraum der Zentralbanken begrenzt ist.

Erste Pressekonferenz im Fokus der Auguren
Investoren werden auf Lagardes Pressekonferenz nach Hinweisen auf ihre geldpolitischen Prioritäten Ausschau halten. Im Fokus steht dabei, was die EZB-Chefin unternehmen könnte, wenn sich die Wirtschaftslage verschlechtert. Jegliche Anzeichen, dass sie bereit ist, den akkommodierenden Ansatz ihres Vorgängers Mario Draghi auszuweiten, indem sie die Zinsen weiter senkt oder die Käufe von Vermögenswerten ankurbelt, könnte eine Bondrallye anheizen.

Ex-EZB-Chef Draghi war ein Verbündeter des Rentenmarktes
Er kündigte im Laufe seiner Amtszeit beispiellose Lockerungsmaßnahmen an, um der nachlassenden Inflation und einer verheerenden Schuldendynamik in Europas Peripherie entgegenzuwirken. Abgesehen von Forderungen nach stärkeren Staatsausgaben und Hinweisen darauf, dass der Klimawandel an Bedeutung gewinnen könnte, muss Lagarde ihren geldpolitischen Ausblick noch publik machen.

Risiko von Überraschungen für die Märkte
Bank of America Merrill Lynch warnt davor, dass der Markt die Möglichkeit einer Zinserhöhung der EZB auf null Prozent nach der Ankündigung vom Donnerstag neu bewerten könnte. NatWest Markets empfiehlt Investoren, bei Bunds short zu gehen, berichtet Bloomberg News. Und Barclays Bank zufolge besteht die Gefahr, dass Lagarde dem Markt versehentlich die falschen Signale geben könnte - vor allem bei Fragen auf der Pressekonferenz. Damit bleibt es trotz der Erwartung unveränderter Zinsen am Donnerstag spannend. (kb)

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