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J.P. Morgan AM: Warum die Anleihenkurse fallen werden

Die US-Vermögensverwaltungsgesellschaft geht angesichts des aktuellen Umfelds davon aus, dass die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen bald wieder etwas nach oben gehen werden. Dafür sprechen auch technische Gründe.

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An den US-Rentenmärkten könnte zumindest eine kleine Trendwende bevorstehen. Zur Erinnerung: Die US-Renditen sind vom Aufwärtstrend des ersten Quartals 2021 abgewichen, sodass die zehnjährigen Nominal- und Realrenditen nur noch bei 1,22 bzw. -1,05 Prozent liegen. Da die Breakeven-Inflation durch den Kurswechsel der US-Notenbank auf ihrer Juni-Sitzung eingegrenzt wurde, scheint die jüngste Rally in erster Linie auf den Realrenditen zu beruhen, schreiben die Experten von J.P. Morgan Asset Management in ihrer jüngsten Ausgabe des deutschsprachigen "Bond Bulletin" vom 27.7.2021.

Aus Sicht J.P. Morgan AM sei der Rückgang der Realrenditen jedoch kaum zu rechtfertigen: "Viele Kommentatoren sehen darin eine Rückkehr zur langfristigen Stagnation, aber wir haben in den letzten Monaten wenig darüber erfahren, wo die Wirtschaft in fünf Jahren stehen wird."

Diese Erklärung scheint vielmehr nach einem passenden Narrativ für flussbedingte Kursbewegungen zu suchen. J.P. Morgan AM prognostiziert für den US-Leitzins (Fed Funds Rate) in diesem Zyklus weiterhin einen Endbereich von 1,75–2,50 Prozent, der auch im letzten Zyklus verzeichnet wurde und in etwa einem Realzins von Null entspricht. Die Marktteilnehmer werden jedoch erst im Laufe des Zyklus erfahren, inwieweit die Wirtschaft die Straffung verkraften kann.

Nominale und reale US-Renditen sollten J.P. Morgan AM zufolge wieder steigen

Quelle: Bloomberg; Stand der Daten: 20. Juli 2021.

Technische Daten
Obwohl J.P. Morgan AM den Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen in den letzten Monaten nicht vollständig auf die Positionierung zurückführen könne, habe diese sicherlich zu der Rally beigetragen.

Die auf Futures basierenden Positionierungskennzahlen hätten gezeigt, dass die Anleger die Duration erhöhen, während die umfragebasierten Daten die Bereinigung der Positionen noch nicht im selben Maße ausweisen.

Insgesamt scheinen die konsequenten Anleihenkäufe der Zentralbanken und des privaten Sektors jedoch ihre Spuren hinterlassen zu haben. Auch der Sommer begünstigt in der Regel eine bullische Haltung in Bezug auf die Duration, da das Anleihenangebot in den Sommermonaten tendenziell nachlässt. In diesem Sommer ist das Angebot früher eingebrochen als sonst üblich.

Conclusio für Anleiheninvestoren
Wahrscheinlich haben wir laut J.P. Morgan AM vorerst den Tiefstand der Renditen von Staatsanleihen erreicht. Auch wenn der Anstieg der Covid-Fälle aufgrund der Delta-Variante Anlass zur Besorgnis gibt, sollte man beobachten, wie das Vereinigte Königreich (das mit die höchsten Fallzahlen der Delta-Variante aufweist) in den nächsten Monaten mit der Situation umgeht. Dies wird den Investoren als Anhaltspunkt dafür dienen, ob weitere Mobilitätseinschränkungen wahrscheinlich sind.

In der Zwischenzeit bleiben die Marktstrategen von J.P. Morgan AM Strategen dank der soliden Konsumbedingungen optimistisch, was das Wachstum angeht. Eindeutige Impulse für höhere Renditen fehlten bislang, zeichnen sich aus J.P. Morgan AM-Sicht jedoch ab, darunter eine potenzielle Beschleunigung der US-Arbeitsmarktdaten und eine Zunahme des Anleihenangebots gegen Ende des Sommers. "Ein Abbau der kurzen Durationspositionen dürfte es den US-Renditen ebenfalls erleichtern, ihren Aufwärtskurs wiederaufzunehmen", prognostiziert J.P. Morgan AM abschließend. (aa)


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