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Joe Biden forciert Ausgrenzung von China

Die USA verschärfen das Ziel einer strategischen Entkopplung. Dazu kommt das Risiko einer beschleunigten Spaltung der Weltwirtschaft, Bifurkation genannt. Der US-Präsident bringt mit der „D-10 Agenda“ auch Europa unter Zugzwang.

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Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute
© Feri

Bei seiner ausgedehnten Tour durch Europa verfolgt US-Präsident Joe Biden ein klares Ziel: Gemeinsam mit den USA soll Europa künftig dem zunehmenden Einfluss Chinas in der Weltwirtschaft entgegentreten. Ein neuer US-Plan sieht vor, eine Gruppe großer und einflussreicher Demokratien – bekannt als „D-10“ – als strategisches Gegengewicht zu China in Stellung zu bringen. „Die Rivalen USA und China riskieren damit eine Aufspaltung der Weltwirtschaft in zwei gegnerische Blöcke“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute. Der Konflikt der beiden Großmächte USA und China setze sich somit auch unter Joe Biden ungebremst fort. Mittelfristig drohe eine neue Art von Kaltem Krieg, mit ernsten Folgen auch für Europa. 

Kampf um globale Dominanz treibt politische Verschärfung
Laut Feri Cognitive Finance Institute fürchtet die Supermacht USA eine drohende Vorherrschaft Chinas vor allem in relevanten Zukunftsfeldern wie Raumfahrt, Kommunikationsnetze oder Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig betreibe China mit Projekten wie der „Neuen Seidenstraße“ eine aktive Geopolitik, die stark auf internationale Abhängigkeiten abziele. „Die USA definieren China inzwischen als strategisches Problem und richten ihre Verteidigungspolitik entsprechend neu aus; auch die offizielle US-Risikoeinschätzung führt China neuerdings als Top-Bedrohung. Beides sind unmissverständliche Signale einer politischen Verschärfung,“ erläutert Rapp. Eine freundschaftliche Kooperation der beiden Länder sei damit auf absehbare Zeit nahezu ausgeschlossen.

Biden-Besuch soll Europa auf Linie bringen
Mit dem neuen D-10-Plan versuchten die USA nun, andere Länder wie Indien und Australien sowie speziell die EU in ihr Konzept einer Entkopplung Chinas einzubinden. Dass Joe Biden es ernst meint, zeige seine jüngste „Executive Order“, die US-Anlegern Investitionen in 59 ausgewählte chinesische Unternehmen im Bereich kritischer Infrastruktur untersage. Passend dazu sei in Europa das fertig verhandelte Investitionsabkommen mit China kurzfristig auf Eis gelegt worden. „Diese Vorgänge senden ein klares Signal: Die USA forcieren ihre Politik der strategischen Entkopplung, um Chinas Einfluss auf die Weltwirtschaft zu begrenzen“, so Rapp. Künftig drohe eine anhaltende Konfrontation mit China, die auch für andere Länder erhebliche Risiken nach sich ziehe. Europa mit seiner starken Exportorientierung müsse sich künftig sehr klug verhalten, um nicht das erste Opfer einer Spaltung der Weltwirtschaft zu werden. Investoren sollten die weiteren Entwicklungen deshalb sehr aufmerksam verfolgen. (kb)

 

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