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Jeremy Rifkin: Wir stehen vor gravierenden Veränderungen!

Der Ökonom und Soziologe Jeremy Rifkin, Gründer der "Foundation on Economic Trends", gilt als renommierter Vordenker unserer Zeit in Bezug auf die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Seine These: Wirtschaft und Gesellschaft stehen vor gravierenden Veränderungen.

Jeremy Rifkin
Jeremy Rifkin ist einer der namhaften Starreferenten am 12. Institutional Money Kongress
© Michael Kress / Institutional Money

Sein Konzept der sogenannten "Sharing Economy" hat Jeremy Rifkin, einer der Key Note Speaker am Institutional Money Kongress 2019, in zahlreichen Büchern und Aufsätzen beschrieben. Seine jüngsten Äußerungen dazu können Leser unseres Magazins in der Ausgabe 4/2018 nachlesen.

Das Konzept wird einerseits immer beliebter, vor allem bei jungen Menschen auf der ganzen Welt. Auf der anderen Seite stehen die Kritiker, die die Gefahr sehen, dass diese Bewegung die auf Wachstum basierende freie Marktwirtschaft aufs Spiel setzen würde. Die zentrale Frage in diesem Zusammenhang: Wie könnten Gesellschaften mit hohen Schuldenlasten eine solche Transformation überleben, ohne unter einem substanziellen Crash zu leiden? Darüber hinaus besteht die Befürchtung, dass die Sharing Economy zu einer Auferstehung des Kommunismus führen wird. Auf Anfrage der Redaktion hat Jeremy Rifkin Stellung zu solchen Befürchtungen bezogen.

"...ein bemerkenswertes historisches Ereignis"
Darin bekräftigt der Ökonom seine Ansicht, wonach die Sharing Economy das erste neue Wirtschaftssystem ist, das seit dem Kapitalismus und Sozialismus im 19. Jahrhundert auf die Weltbühne tritt. "Es ist ein bemerkenswertes historisches Ereignis mit weitreichenden Auswirkungen auf das Umdenken im Wirtschaftsleben des 21. Jahrhunderts", so Rifkin. Der Kapitalismus werde nicht verschwinden, aber er werde nicht mehr der einzige "Schiedsrichter" des Wirtschaftslebens sein. "Stattdessen wird die Marktwirtschaft Seite an Seite mit der Sharing Economy existieren, um diese von Zeit zu Zeit zu absorbieren und zu anderen Zeiten wiederum mit ihr zu konkurrieren", so Rifkin. "Heute navigiert bereits eine ganze Generation von Digital Natives - die Millennials – tagtäglich in beiden Wirtschaftssystemen." Einen Teil ihres Tages seien sie mal Verkäufer, mal Käufer, oder mal selbständige Unternehmer, mal angestellte Beschäftigte, um Waren und Dienstleistungen auf dem Markt austauschen.

"Zu anderen Zeiten sind sie in sozialen Netzwerken aktiv, wo sie virtuelle Güter kostenlos und ohne Grenzkosten sowie physische Güter zu niedrigen Grenzkosten produzieren und teilen, einschließlich erneuerbarer Energien, Carsharing-Diensten sowie Häuser und Wohnungen", erklärt Rifkin.

Ein Großteil der Sharing Economy werde dabei nicht am Bruttoinlandsprodukt bemessen, sondern sei ein starker Indikator für eine verbesserte Lebensqualität. "Bereits jetzt erleben wir einen tiefgreifenden Wandel von Märkten zu Netzwerken, von Eigentum zu Zugang, von Konsum zu Nachhaltigkeit, von Produktivität zu Kreativität, von BIP zu Indikatoren für Lebensqualität, von Externalitäten zu Zirkularität und vom Zeitalter des Fortschritts zum Zeitalter der Resilienz", fasst Rifkin seine Vision zusammen. (hh)

 

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